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Review: Zimmers Hole
 
WHEN YOU WERE SHOUTING AT THE DEVIL…WE WERE IN LEAGUE WITH SATAN

Album:
 WHEN YOU WERE SHOUTING AT THE DEVIL…WE WERE IN LEAGUE WITH SATAN, 2008, Century Media

Stil:
 Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 M.S., 24.08.2008

Review:
 Wir schreiben das Jahr 1991: Einigen scheinbar völlig durchgeknallten Metalfans in Vancouver/Kanada ist langweilig und so entscheiden sie sich dafür, zukünftig gemeinsam Musik zu machen. Laut soll diese sein. Und hart. Und lustig... Lustig? Ja, richtig gehört! Die Herren machen eine Art Comedy Metal und zwar qualitativ deutlich über dem hierzulande bekannten Durchschnittsniveau a la J.B.O. und Konsorten. Beweis dafür ist alleine schon der Umstand, dass alle Mitglieder außer Sänger The Heathen (was ein Name!) bei den Industrial Thrasher von Strapping Young Lad tätig sind, musikalisch allso einiges auf dem Kasten haben. Sänger The Heathen sticht auf der Bühne in der Regel nicht nur durch seine gesangliche Leistung hervor, sondern auch durch seine karnevalsfähigen Verkleidungskünste, die er live bevorzugt durch das Tragen von Teufelskostümen auslebt.
WHEN YOU WERE SHOUTING AT THE DEVIL…WE WERE IN LEAGUE WITH SATAN ist das insgesamt dritte Album der Band, das ihr aber erstmals ein breites Interesse der Öffentlichkeit beschert.

Einen Grund kann man alleine im Opener "When you were shouting at the Devil... we were in League with Satan" finden, der das wahrscheinlich geilste Album-Intro darstellt, das ich in den vergangenen Monaten gehört habe. Ganz langsam baut sich die Energie des Songs auf und droht bei etwa einer Minute beinahe vor Power zu explodieren. Insgesamt stellt der Song eine Mischung aus Thrash und echtem, unverfälschten (True) Metal dar. Textlich könnte der von Ironie gespickte Song fast schon von den amerikanischen Landsmännern von Manowar stammen, zumindest was Textzeilen wie "all the posers must die" angeht.
Direkt weiter geht es mit dem "Hit" des Albums, den man auch auf verschiedenen diesjährigen Samplern finden kann: "We rule the fucking Land" nennt sich das gute Stück und stellt im Vergleich zu seinem Vorgänger keinen qualitativen Absturz dar. Etwas langsamer ist er zwar, aber Dank dem tollen Drumming von Gene Hoglan wirkt er fast noch druckvoller. Der Gesang von The Heathen kann sich auf jeden Fall mit der Creme de la Creme des Power Metals messen, besonders in den ganz hohen Tonlagen ist die Vorstellung völlig überzeugend.
"Fight of the Night Bat" ist gitarrentechnisch vor allem zu Beginn dermaßen Thrash, dass ich meinen Kopf langsam nicht mehr ruhig halten kann und deswegen zunehmend Probleme bekomme, die richtigen Buchstaben auf der Tastatur zu treffen. Insgesamt kann man den Song vor allem auch wegen der Stimmlage im Gesang mit der einer härteren Version der Band Nightmare vergleichen.
"1312" könnte aus der Feder von Overkill stammen und alleine aus meinen vielseitigen Vergleichsmöglichkeiten ersieht man hoffentlich die Vielseitigkeit des musikalisch Dargebotenen. Ein Song gefällt nicht? Kein Problem: Einfach einen Song weiter schalten, da gibt es garantiert etwas völlig Anderes geboten! Ach ja: "1312" endet mit leicht vulgären Klängen, die dann von einer Mundharmonika begleitet werden.
"Devil's Mouth" ist wieder deutlich melodischer und hat stellenweise (nicht nur aufgrund der immer noch hörbaren Mundharmonika) einen schön rockigen Charakter. Ein schönes Old-school Solo packen die Jungs auch noch drauf, Gitarrist Jed Simon dürfte dem ein oder anderen ja von Strapping Young Lad bekannt sein.
"The Vowel Song" ist von einem irre-komischen gesprochenen Intro eingeleitet und wieder etwas thrashiger, härter und dieses Mal erinnert der Gesang an Testament-Frontsau Chuck Billy.
Hervorzuheben lohnt sich noch das hymnenhafte und sehr Powermetal-haltige "Anonymous Esophagus", das auch von den Deutschen Wizard hätte stammen können.
"Hair doesn't grow on Steel" ist nicht nur ein eine Weisheit, über die es sich lohnt einmal nachzudenken, sondern auch noch ein Song, den Manowar für ihre letzten duzend Alben gerne geschrieben hätten. Langsam, kraftvoll, geradezu majestätisch und dazu der Gesang von The Heathen... Mehr true geht nicht, überzeugender kann man Metal nicht spielen! In diesem Song spiegelt sich die Macht des Heavy Metal wieder! Auf die Knie und huldigen!!!

Fazit: Zimmers Hole haben mit WHEN YOU WERE SHOUTING AT THE DEVIL... WE WERE IN LEAGUE WITH SATAN ein absolut überzeugendes Album abgeliefert, das die Band garantiert in naher Zukunft für größere Tourneen nach Europa bringen wird. Abwechslungsreich, dynamisch, qualitativ hochwertig würden als Lobeshymnen ja schon reichen, aber dazu kommt noch der ausgesprochene und nie langweilig werdende Humor des Quartetts. Gut gemacht!

Anspieltipps:
 Ganz klar die ersten beiden Songs "When you were shouting at the Devil... we were in League with Satan" und "We rule the fucking Land", sowie die Manowar Hommage "Hair doesn't grow on Steel".

Tipp:
 WHEN YOU WERE SHOUTING AT THE DEVIL…WE WERE IN LEAGUE WITH SATAN kann man einer breiten Käuferschicht empfehlen. Jedem Fan von True Metal auf jeden Fall, aber auch Thrashern, die sich an gepflegter Abwechslung und höheren Vocals nicht stören, sowie dem Metal-Fan schlechthin sei dieses Album ans Herzen gelegt.

Titel-Liste:
 
  1. When you were shouting at the Devil... we were in League with Satan
  2. We rule the fucking Land
  3. Fight of the Night Bat
  4. 1312
  5. Devils Mouth
  6. The Vowel Song
  7. Fista Corps
  8. Anonymous Esophagus
  9. Alright
  10. Hair doesn't grow on Steel
  11. What's my Name... Evil
    - - - Bonus-Track - - -
  12. In League with Satan
  13. Fuck my aching Tits

Laufzeit:
 46:30 Min.


Probehören und Kaufen:
Zimmers Hole: When You Were Shouting at the Devil

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