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Review: Avalon
 
THE RICHIE ZITO PROJECT

Album:
 THE RICHIE ZITO PROJECT, 2006, Frontiers

Stil:
 Melodic Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 R.Z., 13.09.2006

Review:
 Richie Zito... welch ein Name in der Hard Rock-Szene! Ich glaube nahezu jeder, der AOR, Hard Rock und/oder Melodic Rock mag, hat schon mal mindestens einen Song gehört, bei dem Mr. Zito seine Finger drin hatte, sei es als Gitarrist, Songschreiber oder Produzent.

Klangvolle Namen, wie White Lion, Bad English, Heart, Mr. Big oder auch The Cult säumen den Weg seiner Arbeit. Mit diesem Album nun verwirklichte sich Richie Zito den Traum mit einigen der seiner Meinung nach besten Sängern im Rockbereich zusammenzuarbeiten. Und das ist ihm wirklich gut gelungen! Jeder Song ist perfekt dem jeweiligen Sänger und dessen Charisma auf den Leib geschneidert worden, denn wo Zito draufsteht ist auch Zito drin und zwar zu 100 Prozent.

Dieses Album repräsentiert alles, wofür Richie Zito steht, eingängige Melodien, tolle Produktion, professionelle Musik und ordentlich Airplay- und Hitpotential. Ein Album das 12 radiotaugliche, handwerklich erstklassige Songs bietet. Und hier beginnt das Dilemma des Autors. Ich habe die ganze Zeit den Eindruck, da steht ein scheckheft-gepflegter Gebrauchtwagen der Oberklasse. Es hört sich toll an, auch nach dem zehnten oder zwanzigsten Durchlauf, aber man hat immer wieder das Gefühl, das alles schon einmal irgendwo gehört zu haben. Die Makellosigkeit ist die Schwäche des Albums, nichtsdestotrotz wird einem wirklich erstklassige Musik geboten.

Der Opener "Blue Collar" ist ein klassischer, leicht bluesig angehauchter Melodic-Rocker bei dem der rechte Fuß wie von selbst nach dem Gaspedal sucht. Er besticht durch solide Riffs, einen kurzen, aber mitreißenden Chorus und die großartige Stimme von Hugo Valenti. Das atmosphärische Mid-Tempo Stück "Is he better than Me" steht dem mit seiner schönen Bassline und Joe Lynn Turners Ausnahmestimme in nichts nach. Es folgt mit "Nightmare" ein von einem treibenden Riff geprägter solider Rocker, der mit dezentem Keyboard-Teppich und Eddie Moneys charismatischer Stimme zu gefallen weiß. "Oh Samantha" ist, wie der Titel schon vermuten lässt, eine reine Ballade mit der dazugehörigen Pianoline und ein paar netten Synth-Streichern. Sie passt perfekt zu Joseph Williams Stimme.

Das Titelstück "Avalon" ist ein gemäßigter Rocker mit schöner halb-akustischer Gitarrenarbeit und einem herrlich pathetischen Chorus. Danny Vaughn in absoluter Höchstform! Beim folgenden lockerleicht anmutenden "Life got in the Way" kann dann Eric Martin unterstützt von einem soliden Grundgerüst aus Akustic-Riff, Keyboards und Percussion brillieren. Der nächste Song, "Blue Monday" ist für mich DAS Highlight des Albums! Hier macht sich Giorgio Moroders elektronische Handschrift, vor allem in den ruhigen Passagen, erfreulich bemerkbar. Garniert durch ein cooles, dominantes Riff, das im krassen Gegensatz zu Hugo Valentis melancholischem Gesang steht. Prädikat: Besonders wertvoll. Es folgt mit "Forever I Will" eine ansprechend kitschbefreite und bluesige Ballade, geprägt von einer verspielten Gitarrenarbeit, die vermutlich neben den Vocals Richie Kotzen zu verdanken ist. Einzig, der merkwürdig abrupte Schluss lässt die Stirn runzeln.

Das letzte Drittel des Albums wird mit der atmosphärischen Halb-Ballade "I can't forget You" eingeläutet. Hier bleibt einem vor allem der tolle Chorus im Ohr. "I put my life in your Hands" ist ein solider AOR-Rocker, der perfekt auf Eddie Money zugeschnitten ist. Ein fast schon dezenter Song bei dem mich vor allem die Hall-Effekte der Gitarre angesprochen haben. Damit steht er schon ziemlich im Gegensatz zu dem vor allem Chorus-dominierten langsamen Rocker "Good things take Time" bei dem sich Philip Bardowell voll einbringt. Die Piano-Ballade "I don't want to want you" bildet den Abschluss des Albums. Der Song steht voll in der Tradition der End-80er/Anfang 90er-Hard-Rock-Balladen, die damals die Hitparaden stürmten. Irgendwie erinnert er mich an Bad English und das bringt mich dann auch zu meinem...

Fazit: Eine Zeile des Songs "Life got in the Way" sagt eigentlich alles aus: "It's the same old song with a different melody". Ständig verfolgt einen das Gefühl man würde die Songs schon mal gehört haben. Es gibt bis auf eine Ausnahme keine Highlights, aber eben auch keinen Ausfall.

Brilliante Produktion, solide Texte, eingängige Melodien, perfekte Gitarrenarbeit, eben alles was Richie Zito aus-, stark und groß gemacht hat. Im Prinzip ist das Album viel zu gut für den Fahrstuhl und viel zu unspektakulär für die Party. Eben die perfekte CD für lange Fahrten im Auto.
Oder um es mit einem Waschmittelhersteller zu sagen: Da weiß man, was man hat!

Tipp:
 Jeder AOR-, Melodic- und Hard Rock-Fan, der Alben von Bad English, Heart, White Lion, Mr. Big u.ä. in der Sammlung stehen hat, sollte dieses grundsolide Machwerk seines Genres mal antesten. Es wird einen nicht in Ekstase versetzen, ABER man wird zu keiner Sekunde enttäuscht sein!

Titel-Liste:
 
  1. Blue Collar (feat. HUGO)
  2. Is he better than Me (feat. JOE LYNN TURNER)
  3. Nightmare (feat. EDDIE MONEY)
  4. Oh Samantha (feat. JOSEPH WILLIAMS)
  5. Avalon (feat. DANNY VAUGHN)
  6. Life got in the Way (feat. ERIC MARTIN)
  7. Blue Monday (feat. GIORGIO MORODER & HUGO)
  8. Forever I Will (feat. Richie Kotzen)
  9. I can't forget you (feat. PHILIP BARDOWELL)
  10. I put my life in your Hands (feat. EDDIE MONEY)
  11. Good things take Time (feat. PHILIP BARDOWELL)
  12. I don't want to want You (feat. ERIC MARTIN)

Laufzeit:
 53:37 Min.


 
 
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