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Review: Sacrament |
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Album:
| | AGUANTE!, 2006, Mortuary Music |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 09.11.2006 |
Review:
| | Da sage noch einer, wenn's zu lange dauert, kann es gar nichts taugen, weil irgendwann der rote Faden reißt. Nun, die gegenteilige Meinung, dass man nichts über's Knie brechen sollte und lieber nach dem Motto handeln: "Gut Ding will Weile haben", hat sicherlich ebenfalls ihre Berechtigung. Aber wo ist der goldene Mittelweg?
Im Fall von Sacrament ist das ziemlich einfach zu beantworten. AGUANTE! ist so, wie es sich nun präsentiert, eine beachtliche Sache geworden, egal ob es nun vier Wochen oder über zwei Jahre gedauert hat. Hier merkt man einfach bei jeder Strophe die Liebe zum Detail - und sei es manchmal auch nur das Weglassen von überflüssigem Ballast.
Einiges klingt stellenweise etwas zu steril, als ob man auf der Musik-Akademie gerade eine neue Variante gelernt hat. Aber es ist dann trotzdem unzweifelhaft an der richtigen Stelle eingefügt und in sich schlüssig.
Und was darf man stilistisch von einer Band erwarten, die ihre Wurzeln tief im Thrash vergraben hat? Nun, bei AGUANTE! hat die Band gänzlich andere Wege beschritten und sich deutlich von den Ursprüngen distanziert. Ein Problem welches viele Kritiker sicherlich mit dieser Scheibe haben werden, ist, dass Sacrament sich nicht deutlich genug für eine bestimmte Richtung entschlossen hat und diese durchgezogen. So würde man es von typischen Crossover Bands wie Waltari erwarten. Dort ist nichts heilig und kein Weg zu schwer, egal ob Thrash, Rock, Metal oder Grindcore.
Sacrament hat versucht, verschiedene Stilelemente in den jeweils einzelnen Song fließen zu lassen, was über weite Strecken ziemlich gut gelungen ist, und auch klingt, wie aus einem Guss. Was ihnen dabei in die Hände spielt, ist das blinde Vertrauen und die Kenntnis der Stärken und Schwächen jedes Einzelnen, die sich bei über 15 Jahren gemeinsamer Spielpraxis zwangsläufig einstellt.
Schon der Opener "Hold" ist ein gutes Beispiel für das Bemühen, sich nicht von Anfang an auf einen Stil festzulegen. Mit brachialer Metal-Gewalt stürmen die ersten Riffs aus den Boxen und geben damit die Marschrichtung vor. Die Breaks sind mit ihren sanften Funky-Intermezzos schon fast so etwas wie eine Mutprobe. Wird es wohl wieder Heavy? Es wird - incl. einer einminütigen Gitarren-Instrumental-Einlage.
Dafür fällt der Übergang zu "Transition" fließend aus, sodass der Gitarrenverstärker kaum verklungen ist. Diesmal hält sich die Experimentierlaune in Grenzen und man kann sich an einem kompromisslosen und beinharten Rocker erfreuen, bei dem auch die Chöre nicht fehlen.
Wie nicht anders zu erwarten, folgt auf den mehr als sanften Start bei "World in a Grain of Sand" schnell ein dickeres Ende. Trotzdem bleibt es immer spannend beim längsten Song des Albums und man variiert gerne zwischen sanften balladesken Abschnitten, Soulelementen und knackigem Metal-Riffing. Wer auf Abwechslung an der Grenze des Prog steht, kommt hier voll auf seine Kosten - für mich einer der Favoriten.
"Blown away" bleibt, was sie von Anfang an ist, eine Rock-Ballade, die mehr mit schleppender Melancholie als mit luftiger Leichtigkeit agiert.
Noch eine Spur härter als "Transition" brennt "Garden of Prosperline" sein Riff-Gewitter ab. Hier heißt es Kopf einziehen und in Deckung gehen. Aber keine Angst, alles bleibt in einem durchaus eingängigen melodischen Rahmen.
Noch geradliniger fällt "Today" aus, das sofort ins Ohr geht und vor allem mit seinem Gitarrensolo und den fetten Refrains seine Fans überzeugen wird.
Für den würdigen Schluss hat Sacrament das zweitlängste Stück "The Visionare" ihrer Scheibe bestimmt - und wer sich Zeit gönnt, der hat auch genügend Möglichkeiten für Abwechslung. Ähnlich wie schon bei dem Titel "World in a Grain of Sand" wird nochmals alles an musikalischer Raffinesse in die Waagschale geworfen, um den Fans Laune auf mehr zu bescheren.
Bumm-bumm-bu-bumm. Vorbei. Und das ziemlich abrupt. Jetzt merke ich erst, wie still es auf einmal im Raum geworden ist. Da hilft nur, die "Repeat"-Taste drücken.
Fazit: Manchmal ist es besser sich ein Urteil aus dem Bauch heraus zu bilden und den ganzen stilistischen Theorie-Quatsch über Bord zu werfen. Was nützt mir ein stilistisch und kompositorisch gelungenes Album, wenn es nicht recht zünden will. AGUANTE! hat bei mir sofort gezündet und das zählt.
Aber eine Bitte an die Herren: Lasst euch nicht wieder zwei Jahre Zeit. |
Titel-Liste:
| | - Hold
- Transition
- Crimson Tide
- World in a Grain of Sand
- Blown away
- Garden of Prosperline
- Today
- The Visionare
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Laufzeit:
Band-Infos:
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