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Review: Saxon |
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Album:
| | THE INNER SANCTUM, 2007, Steamhammer |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 04.03.2007 |
Review:
| | Nach Hochs folgen auch wieder Tiefs, so zumindest verhält es sich beim Wetter. Ob sich dies auch auf Bands anwenden lässt, gilt es zu zeigen.
Da halte ich nun das neue Album THE INNER SANCTUM der unkaputtbaren Briten von Saxon in Händen und kann mich nur wundern, dass die Band bereits 1970 gegründet wurde. Früher ziemlich lange als unbekannte Underdogs unterwegs, sollte heute jedem Festivalbesucher der Name Saxon zumindest schon einmal untergekommen sein. In den letzten Monaten und Jahren ließen sie kaum ein großes Event aus und inzwischen stellt sich, zumindest bei mir fast schon ein gewisses Sättigungsgefühl ein. Trotzdem lohnt es sich in jedem Fall die Haudegen live zu erleben. Und wer so viel Glück wie ich hatte und einem Konzert beiwohnen durfte mit dreieinhalb Stunden Dauer und sage und schreibe 15 Titel Zugabe (der letzte Song war das frenetisch geforderte "Crusader"), der weiß, das Saxon ihre Songs beherrschen wie kaum eine andere Band.
Doch live ist live und Album ist Album.
Ungewohnt sanft mit Kirchenchorklängen - natürlich passend zum Albumtitel - beginnt der Opener "State of Grace". Schnell wird jedoch Up-Tempo erreicht und die unverkennbare Gitarrenarbeit von Paul Quinn verleiht den Riffs noch die besondere Note und auch Tempo. Die Rhythmusfraktion allen voran Drummer Nigel Glockler und der stets headbangende Nibbs Carter (kann man natürlich nicht hören) präsentieren sich ebenfalls gut aufgelegt, dreschen und zupfen was Felle und Saiten hergeben.
Einzig Biff kann mich stimmlich nicht ganz vom Hocker reißen. Ist das schon der Preis für allzu exzessive Live-Präsenz?
"Need for Speed" bewegt sich ebenfalls eindeutig im oberen Geschwindigkeitsbereich. Obwohl es hier Biff diesmal gelingt auch in die höheren Tonlagen aufzusteigen, so bleibt seine Leistung doch eher blass. Sicherlich sind die Gitarren-Soli wieder aller erste Sahne, der Rest bewegt sich jedoch auf alten, bereits etwas ausgetretenen Pfaden und bis auf ein fulminantes Drumming zum Abschluss kann Saxon nicht wirklich voll überzeugen.
"Let me feel your Power" macht seinem Namen unzweifelhaft Ehre und bietet Power-Riffing von Anfang an. Stimmliche Defizite sind aber auch hier spürbar. Hat denn diesmal Biff's Lieblings-Uralt-Mikro seinen Dienst verweigert?
"Red Star falling" an ungewöhnlicher Stelle, ist es doch schon das erste Stück mit gemäßigtem Tempo. Hier gelingt es Biff zum ersten Mal stimmlich überzeugende Akzente zu setzen obwohl diesmal einfach das richtige Volumen fehlt.
Typischer Headbanger mit bestechendem Groove macht "I've got to rock" zu einem Ohrwurm von der ersten Sekunde an. Endlich wird auch wieder das Banner mit den alten Saxon-Tugenden gehisst und angenehme Erinnerungen an Alben wie STRONG ARM OF THE LAW aber auch dem letzten Werk LIONHEART werden wach.
Alles in allem betrachtet kann mich die zweite Hälfte deutlich mehr überzeugen als der Anfang.
Egal ob der Song "Going nowhere fast" mit Nackenmuskelkater-Garantie, dem abwechslungsreichen Power-Brocken "Ashes to Ashes" mit jeder Menge interessanter Breaks und schließlich dem über sieben Minuten dauernden Up-Tempo-Hammer und gleichzeitigem Schlusspunkt "Atila the Hun", dass nahtlos den Highlights des Vorgängeralbums Paroli bieten kann.
Noch ein paar Worte zur DVD. Mittlerweile gehört es fast schon zum guten Ton, einen zweiten Audio-Visuellen-Silberling beizulegen. Überzeugen können jedoch nicht alle Beigaben. Auch wenn die Songauswahl und musikalische Darbietung durchaus akzeptabel ist, so wirken die Akteure jedoch ziemlich statisch. Keine Ahnung, ob man ihnen wegen den Video-Aufnahmen geraten hat, auf ihren Plätzen stehen zu bleiben aber so kommt einfach kaum Live-Feeling auf. Biff wirkt abgeschlagen wie nach 30 Auftritten in Folge, Paul Quinn's Gitarren-Soli hören sich betimmt gut an, aber nach den Hand-Aktivitäten zu urteilen hat man fast den Eindruck, die Gitarre kommt von Band. Lediglich Nibbs Carter quält seine Lang-Saiten wie eh und je und lässt auch kräftig die Haare fliegen. Nicht zu vergessen Nigel Glockler, der seine Felle bearbeitet, als gebe es kein Morgen.
Einziger Höhepunkt ist sicherlich "Frozen Rainbow" bei dem sich sogar Biff selbst die Gitarre umschnallt und Hüpfhäschen spielt.
Nicht gerade vorteilhaft sind dabei die filmerischen Kompositionen, die mit Zeitlupeneinspielungen selbst den schnellsten Reißern die letzte Dynamik rauben. Auch wenn einige der Herrschaften bereits deutlich die 50 überschritten haben, so wird ihnen diese DVD nicht gerecht.
Fazit: Mit THE INNER SANCTUM liefern die Briten ein durchaus solides Album ab, welches jedoch nicht ganz an die beiden Vorgänger und besonders den Überflieger LIONHEART heranreichen kann. Ehrlich gesagt habe ich das aber auch nicht erwartet
Mit knapp 45 Minuten ist es ziemlich kurz gehalten. Angesichts der DVD-Ausstattung gehen aber die Punkte durchaus noch in Ordnung. |
Tipp:
| | Schnörkelloser Heavy Metal mit dem üblichen 80er Jahre Flair, der sich jedoch kaum noch markant in den Vordergrund drängt, kann sicherlich auch noch jüngere Semester begeistern. Saxon-Fans werden sowieso zugreifen und es auch nicht bereuen. |
Titel-Liste:
| | - - - CD - - -
- State of Grace
- Need for Speed
- Let me feel your Power
- Red Star falling
- I've got to rock
- If I was you
- Going nowhere fast
- Ashes to Ashes
- Empire Rising
- Atila the Hun
- - - Bonus DVD - - -
- To Hell and back again
- See the Light shining
- Redline
- Suzie hold on
- Stand up and be counted
- Frozen Rainbow
- Never Surrender
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Laufzeit:
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