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Review: Scelerata |
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Album:
| | DARKNESS & LIGHT, 2007, MTM |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | S.J., 05.03.2007 |
Review:
| | Scelerata sind eine bislang noch unbekannte Powermetal Band aus dem Fernen Brasilien und wollen mit ihrem Debütalbum DARKNESS AND LIGHT nun aller Welt ihr Können unter Beweis stellen. Auch wenn die Musiker im Einzelnen bislang jeder für sich ein unbeschriebenes Blatt sind, konnte man in der Vergangenheit schon eine Menge Liveerfahrungen sammeln, unter anderem stand man nämlich schon auf den selben Brettern wie Masterplan, Gamma Ray oder Deep Purple.
Abgesehen von einer 1-Track EP samt Video ist DARKNESS AND LIGHT nun also die erste Veröffentlichung, und da unter Anderem mit Edu Falaschi von Angra zusammengearbeitet wurde, klingt das ganze doch vielversprechend. Schauen wir also mal, ob die hohen Erwartungen erfüllt werden können oder die Ankündigen nur heiße Luft der Promo-Agenturen sind.
Nach dem kurzen symphonischen Intro "Land of the sins" startet "Holy Fire" gleich voll durch. Brachiale Riffs treffen auf verwirbelte Keyboardmelodien, angeführt von Carl Casagrandes klarem Gesang. In den besonders hohen Lagen erinnert die Stimme ein wenig an Tobias Sammet von Edguy. Die Melodien sind einprägsam, die Riffs dominant, aber auch die Keyboards kommen nicht zu kurz und bringen eine gute Portion Bombast mit hinein.
Das folgende "Eminence" könnte im Grunde direkt von Edguy stammen, auffallend ist das Solo. Auch in späteren Songs fällt auf dass diese oft sehr lang gehalten sind, äußerst anspruchsvoll gestaltet und somit eine deutlich progressive Linie mit hineinbringen die sich gut von den sonst überwiegenden Powermetal-Strukturen abhebt. Das bringt Auflockerung und zeugt von Eigenständigkeit, denn einen weiteren schlechten Versuch Sonata Arctica zu kopieren braucht ja nun wirklich niemand.
In "The Spell of Time" bekommt Edu Falaschi von Angra seinen Auftritt. Seine Stimme ist ein wenig tiefer als die von Casagrande, passt aber perfekt zu dem Song. Oder passt der Song gut zu seiner Stimme? Wie auch immer, es ist ein gutes Zusammenspiel und der Song macht richtig Spaß. Das sehr lange Solo bekommt einen leichten orientalischen Touch verpasst und verdeutlicht ein weiteres Mal die Virtuosität der Gitarristen, welche, wenn man bedenkt dass dies Sceleratas Debütalbum ist, wirklich erstaunlich ist.
Es folgt eine Uptemponummer: "Ethereal Places" treibt mit hämmerndem 4/4 Takt unermüdlich vorwärts, dennoch wirkt der Song wegen Casagrandes Gesangsleistung sehr gefühlvoll, und wenn man sich nicht an dem wieder mal sehr lang gehaltenen Solo nicht stört kann der Song viele Freunde finden.
"Endless" ist eine emotionale Berg- und Talfahrt. Mal schnell und fast brachial, dann aber doch wieder langsam und ausgeglichen. Noch besser lässt sich der Song wohl mit dem Meer vergleichen: Mal unaufhaltsam, mit meterhoch an's Ufer peitschenden Wellen, später dagegen idyllisch mit fast spiegelglatter Oberfläche. So schön beschaulich bleibt es aber natürlich nicht. Kaum haben sich die Wogen geglättet, bringt ein frischer Wind langsam aber beständig wieder Bewegung hinein.
Der Titeltrack "Darkness and Light" beginnt sehr balladesk, jedoch bricht diesmal fast explosionsartig die Sturmflut herein. Ein sehr emotionaler Song, und es lässt sich ein weiters Mal die einfühlsame Gesangsleistung von Casagrande betonen, denn das was dieser Mann hier leistet ist definitiv ganz oben anzusiedeln.
"Spirits looking for..." ist ein weiterer sehr facettenreicher Song. Neben heftigen Headbangerriffs zu Beginn hat der Song trotz seiner Vielschichtigkeit und den unterschiedlichen Teilen einfach Mitsingcharakter. Wer dazu neigt zuhause erst langsam, dann aber immer lauter die Songs der Stereo-Anlage mitzusingen sollte zuschlagen. Oder halt die Finger von lassen um nicht schon wieder vom Rest der Familie belächelt zu werden.
Wenn man dann gerade ein Mal so in Fahrt ist, setzt "Wings to fly" dem ganzen die Krone auf. Gute Laune Speedmetal wie er kaum besser zu machen ist: geradlinig, melodiös und schlichtweg mitreißend.
Mit über Acht Minuten ist zum Ende des Albums hin mit "Adonai (Sacred Melodies)" noch ein Mal ein echter Kracher zu erwarten. So ist es auch, doch ist der Song einfach zu vielfältig um hier auch noch analysiert zu werden. Doch was nützt ohnehin all die Theorie, die praktische Erfahrung lehrt jeden Hörer eh besser als alles Geschreibsel hier. Und diese sollte im Fall Scelerata jeder Powermetal-Fan mal gemacht haben.
Fazit: Eine brilliante Leistung für ein Debütalbum. Es passen Produktion, technische Fähigkeiten und auch Songwriting einfach perfekt, und wenn Scelerata dieses Niveau Live zumindest ebenso rüberbringen können, sollte man sich ihren Namen vormerken. |
Titel-Liste:
| | - Land of the Sins
- Holy Fire
- Eminence
- The Spell of Time
- Ethereal Places
- Endless
- Darkness & Light
- Spirits looking for...
- Wings to fly
- Adonai (Sacred Melodies)
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.scelerata.com  |
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