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Review: Sencirow
 
PERCEPTION OF FEAR

Album:
 PERCEPTION OF FEAR, 2005, AFM

Stil:
 Melodic Speed Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 17.02.2006

Review:
 Auch wenn die ersten Takte ziemlich stark an die Mannen von Grave Digger erinnern mögen, so wird ziemlich bald klar: So schnell war das Urgestein Grave Digger nur selten unterwegs.

Und kaum ist das "Intro" ausgeklungen, beginnt die Zeit der gnadenlosen Double-Bass Attacken. "Burn it down" gleicht eher einem Feuersturm, der riffgewaltig und rücksichtslos über alles hinweg fegt, was sich nicht schnell genug in Deckung begeben hat. Neben der Instrumentalleistung ist besonders die stimmliche Leistung von Kensington hervorzuheben, der hervorragend in die Mannschaft passt.
"Connection of evil" schafft es gleich zu Beginn, mit besonders einprägsamen Riffs der Gehörgang regelrecht zuzukleistern. Wenn dann nach einer Minute so richtig die Post ab geht, sollte man alles festschnallen, das nicht mindestens mit 'ner M8 festgeschraubt ist. Fließend gelingen die Übergänge zwischen schnellen, sauschnellen und leicht gebremsten Refrain-Passagen, dass man nach 4 Minuten Spieldauer etwas traurig zur Repeat-Taste schielt.
Keine Angst, es wird nicht langweilig. Auch "Fear" ist ein gnadenloser Durchstarter, bei dem man verzweifelt nach der Schubabschaltung sucht. Und wieder einmal zeigt sich, ein Riff muss nicht kompliziert sein - je einfacher, desto genialer kann es rüberkommen.
Zum ersten Mal wird mit "Incidious Dimensions" etwas das Tempo reduziert. Dafür hat man eine gehörige Portion Melodic hinzugegeben, die stellenweise wie Rage zu Zeiten von "End of all Days" klingt. Was will man mehr?
Deutlich kopflastig wird "Keeper of Souls" ins Rennen geschickt. Diesmal hat es die Rhythmusabteilung schwer, sich gegen die dominanten Gitarren durchzusetzen. Lediglich der Frontmann hat mit seiner Stimmlage ein geniales Loch gefunden, um sich mühelos zu behaupten. Bei den Akustik-Gitarreneinlagen fällt mir neben Grave Digger besonders Axel Rudi Pells Stil ein.
Nach zwei etwas tempogemäßigten Songs wird nun bei "Wargames" wieder auf volle Schubkraft hochgeregelt. Zur Abwechslung rauscht diesmal sogar der Refrain mit Volldampf durch die Gehörgänge und es bleibt sogar noch genügend hängen.
"Secret Thoughts" läuft ebenfalls auf der Hochgeschwindigkeitsschiene alá "Connection of evil" Der Refrain ist bestimmend, harmonisch und einprägsam - wie es eben auch sein soll. Und auch die Gitarren kommen hier nicht zu kurz.
Wir nähern uns mit einem weiteren High-Speed-Kracher langsam dem Ende. Wer nicht über genügend Kondition verfügt, der wird bei "The Storm" wohl langsam die letzten Kraftreserven mobilisieren müssen.
Endlich kann etwas verschnauft werden. Im Mid-Tempo quillt "Dreamspace" aus den Boxen und man beginnt schon langsam die Hand nach einer geeigneten Tanzpartnerin auszustrecken, bis plötzlich der zweistufige Booster zündet. Nach 16 Sekunden die erste und nach 38 Sekunden die zweite Stufe. Nix mit Tanzen - hier braucht man die Hände zum Festhalten und nicht zum Fummeln.

Fazit: Auch wenn hier kein musikalisches Neuland beschritten wird, so kann die Leistung der Jungs voll überzeugen. Hier hat man keinen Füller draufgepackt und sich nicht vom einmal eingeschlagenen Weg abbringen lassen. Die blitzsaubere Produktion, von der sich manche Großen eine Scheibe abschneiden könnten, wertet die Leistung zusätzlich auf.
Mit 42:23 Minuten hätte man vielleicht noch 1-2 Titelchen draufpacken können, da besonders der letzte Song ziemlich abrupt auf die Bremse tritt und man schon Angst bekommt, der CD-Player habe vielleicht die Geschwindigkeit nicht vertragen.
Und ob die vorhersehbare Struktur der meisten Songs wirklich von Nachteil ist, muss der persönliche Geschmack entscheiden. Ich brauche es manchmal auch einfach einfach.

Tipp:
 Alle die auf schnelle melodische Kost stehen, sind hier gut beraten. Und Zweifler seien beruhigt, es ist genügend Eigenständigkeit dabei, um den Kopf gut sichtbar über die Masse des Einheitsbreis zu heben.

Titel-Liste:
 
  1. Intro
  2. Burn it down
  3. Connection of evil
  4. Fear
  5. Incidious Dimensions
  6. Keeper of Souls
  7. Wargames
  8. Secret Thoughts
  9. The Storm
  10. Dreamspace

Laufzeit:
 42:23 Min.

Band-Infos:
 
  • www.sencirow.de 


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