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Review: Shelter
 
ETERNAL

Album:
 ETERNAL, 2006, Dockyard 1

Stil:
 Punk Rock, Hardcore

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 J.G., 08.06.2006

Review:
 Nein, es handelt sich nicht um ein Album mit indischer, hinduistischer Gebetsmusik - das ist die gute Nachricht. Wenn ich dann im Line-Up den Namen Ray Cappo finde, runzelt sich mir die Stirn. War das nicht ein Aussteiger, der mit Beten und Meditieren einen neuen Lebenssinn für sich gesucht hatte, nachdem er während einer Tour vor zehn Jahren miterleben musste, wie einige seiner Mitstreiter bei einem Unfall schwer verletzt wurden?
Egal, nun ist er aus seiner Versenkung in Los Angeles wieder aufgetaucht und versucht an alte Erfolgs-Zeiten mit Alben wie MANTRA anzuknüpfen. An seiner Seite versuchen sich Gitarrist Ken Olden und Drummer Dave DiCenseo.

Schon beim Opener "Meant to be" wird klar, was neu ist - nämlich nichts. Der Sound klingt genau so angestaubt, wie die Garagen-Punk-Produktionen vor 20 Jahren. Das recht flotte Liedchen wird allzu phantasielos abgerockt und könnte auch ein unveröffentlichtes Überbleibsel der frühen 90er sein.
Bei "Built to resist" und dem später folgenden etwas ruhigeren "Back to Vrindavan" werden zur Abwechslung Rap- und Hip-Hop-Elemente eingestreut, die wohl den Kontakt zur Gegenwart herstellen sollen, aber recht kraftlos verpuffen, bevor sie wirken können.
Der Titel-Song "Eternal", ebenso wie das noch etwas flottere "My Chance to live" gehören in die Kategorie Gute-Laune-Punk-Rock-Mucke und sorgen sofort für Wohlbehagen. Spätestens nach dem zweiten Durchlauf lassen sie sich aber kaum noch von der Masse der Punk-Dutzendware unterscheiden und die (absichtlich?) matschige Qualität lässt Mundwinkel schnell wieder absinken.
"Amend" ist es Ballade oder nur langweilig? Ein Pfiff der rückgekoppelten Gitarre holt mich aus meiner Überlegung in die Realität zurück.
Aber jetzt muss es funken, krachen, rocken, denn schließlich lässt man den eigenen Erfolgstitel "In Defense of Reality" neu aufleben. "Jammer, Jaul", mein Geheul lässt sogar kurzfristig den Nachbarshund von seinem Knochen aufblicken und mich anknurren. Wie kann das sein, dass nicht einmal das damalige Niveau erreicht wurde?
Bis zuletzt warte ich eigentlich vergeblich auf eventuelle (vielleicht absichtlich versteckte) Highlights. Man muss ja nicht unbedingt Aufsehen erregen, wie The Misfits oder The Spook um in der Hardcore-Szene goldene Blumentöpfe zu gewinnen, aber ein bisschen mehr Herzblut sollte schon aufgewendet werden.

Fazit: Warum sehen es die Bands nicht endlich ein. Nur weil etwas (künstlich) wie Garage klingt, muss sich nicht zwangsläufig beim Zuhörer Garagen-Feeling einstellen. Und egal wie musikalisch genial manche Zeiten auch waren, selbst Heavy Metal-Bands von heute, die auf die Riffs der 80er zurückgreifen, gehen mit der Zeit. Das wurde hier eindeutig versäumt - da können auch Einstreuungen von Rap-Elementen nichts ändern. Eine Spielzeit von etwas mehr als 30 Minuten ist wohl gernetypisch, aber hier wäre etwas mehr Substanz kein Schaden gewesen.

Tipp:
 Fans von Hardcore der 90er und Shelter der ersten Jahre finden hier einen Nachschlag. Ob allerdings überhaupt noch genügend Fans existieren, mag bezweifelt werden. Und ob dies neue Käuferschichten vom Hocker reißen wird - wohl eher nicht.

Titel-Liste:
 
  1. Meant to be
  2. Built to resist
  3. Eternal
  4. First Priority
  5. Back to Vrindavan
  6. My Chance to live
  7. Amend
  8. Return to Eden
  9. In Defense of Reality
  10. Lotus-like
  11. Authenticity

Laufzeit:
 31:16 Min.


 
 
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