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Review: Shooting Star
 
CIRCLES

Album:
 CIRCLES, 2006, Frontiers

Stil:
 AOR, Melodic Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 U.C., 28.06.2006

Review:
 Nach mehr als 27 Jahren, 8 produzierten Alben und vielen Touren, können die US-Amerikaner auf eine lange Bandgeschichte zurückblicken.
Trotz längerer Pause ließen sich die Meister des AOR Classic Rocks jedoch nicht davon abhalten, nach sechs langen Jahren endlich wieder ein Album zu produzieren - CIRCLES.
Auch ich ließ mich nicht davon abhalten, jedem Song etwas genauer auf den Zahn zu fühlen.

Den Anfang macht "Runaway", der Titel ist das eine, der Song, der sich dahinter verbirgt ist absolut nicht zum Davonlaufen. Dieses Stück ist eines der Schnelleren, ein flotter Auftakt mit eingängiger Melodie und schön anzuhörenden Gitarrenriffs.
Darauf folgt als quasi Gegenstück "Without Love"; welches eher ruhig und besinnlich gehalten wurde und durch die ergreifende Stimme des Sängers Kevin Chalfants noch um einen Tick verbessert wird. Sehr zu genießen sind die Wechsel der Instrumentbesetzung, die hier zwischen Gitarre/Drums und Klavier/Drums, das Lied deutlich abwechslungsreicher erscheinen lassen.
"Trouble in Paradies" beinhaltet Wechsel im Stil, der die anfangs melodische Stimmung immer wieder durch härtere Gitarrenriffs abrupt beendet. Nach einiger Zeit beginnen diese ruhigen Töne von neuem. Man hätte, anstatt der Wechsel durchgehend eine ruhige Atmosphäre wählen sollen und lieber darauf aufbauen, denn so wirkt die Sache nicht sehr vorteilhaft.
"George´s Song" beginnt vielversprechend, jedoch lässt dieses Gefühl mit der Zeit nach, sodass nur noch eine mittelmäßige und sich immer wiederholende Ballade übrig bleibt. Enttäuschend, da das Liedchen durchaus Potenzial hätte, nämlich Besinnlichkeit und Emotionalität, die teilweise in den instrumentalen Phasen weitergeführt wird, dann aber durch den monotonen Gesang nicht zur Geltung kommen darf - schade.
"Borrowed Time" beginnt mit vielversprechenden Gitarrentönen, jedoch verlaufen sich diese schnell im Nirvana und bleiben meist zu sehr im Hintergrund (mit Ausnahme eines gutgelungenen Solos nach ungefähr 2:50 Minuten). Ein mäßiger Gesang, der sich wie ein roter Faden durch das ganze Lied zieht ist auch nicht gerader der Brüller.
"Everybody´s Crazy" ist sehr gitarrenlastig und und versteht es den Zuhörer sofort mitzureißen. Hinzu kommen geniale Gitarrensoli, die dieses Stück zu meinem persönlichen Favoriten des Albums machen. Jedoch gibt's auch hier ein paar Schwächen: Das zu üppige, instrumentale Ende zieht das Lied nur unnötig in die Länge, ohne etwas nennenswertes Neues einzubringen.
Zur Kategorie Ballade gehört "Temptation", dass besonders durch die stimmliche Aussagekraft an Qualität gewinnt. Der Song geht sofort ins Ohr und die besinnliche aber trotzdem bestimmende Atmosphäre versteht einen zu fesseln. Die gut plazierten Gitarrenriffs veredeln die Sache perfekt - ein durchaus gelungenes Lied.
"I´m a Survivor" startet mit einem fast 40 Sekunden langem Instrumental-Intro, dem spektakulärsten Abschnitt der darauf folgenden Minuten. Ansonsten plätschert das Ganze relativ monoton vor sich hin. Hier wäre mehr drin gewesen.
"We´re not alone" hat einen schönen nur instrumentalen Anfang, mit einmaligen Audioeffekten im Hintergrund. Vieles spielt sich bei diesem Lied im Hintergrund ab, sodass die Arbeit, die für die Begleitmusik aufgebracht wurde, mehr ins Ohr steigt als der Vordergrund. Es mag daran liegen, dass dieser Background viel fesselnder erscheint als der wenig überzeugende Gesangspart. Ein Aufbau von "Spannung" wird durch die vielen Instrumental-Einlagen im Keim erstickt und der Rest unnötig in die Länge gezogen.
"What Love is" beginnt mit einer Mischung aus besinnlichen Akustik- und E-Gitarrenklängen, die dann mehr und mehr von der E-Gitarre verdrängt werden. Da bei diesem Song die Instrumente eindeutig im Hintergrund bleiben, hätte man mit mehr stimmlichen Einsatz arbeiten müssen. Dafür hätte der Sänger aber auch ein paar Pfund Leidenschaft mehr drauf packen sollen.

Fazit: Wenn man sich diese CD anhört, hat man das Gefühl, alle dieser Songs schon zu kennen, was jedoch ein Trugschluss sein muss. Dies liegt sicherlich daran, dass man hier das Rad nicht neu erfunden hat, sondern sich gerne bei anderen Bands wie Deep Purple & Co. bedient hat. Trotz dieser Ähnlichkeiten bleibt ein fesselndes Langzeit-Hörerlebnis leider aus. Auch die Zusammenstellung der Songs ist nur mittelmäßig, irgendwie lieblos und verstärkt das Gefühl, dass dieses Album nicht mehr aber auch nicht weniger als ein normales AOR-kompatibles Melodic Rock Album ist. Highlights? Fehlanzeige!

Tipp:
 Auch wenn es mich persönlich nicht vom Hocker gerissen hat, so eignet sich dieses Album hervorragend für AOR-Musikfans, die ein gesundes Mittelmaß bevorzugen zwischen harten, schnellen und langsamen, besinnlichen Titeln...

Titel-Liste:
 
  1. Runaway
  2. Without Love
  3. Trouble In Paradise
  4. George´s Song
  5. Borrowed Time
  6. Everybody´s Crazy
  7. Temptation
  8. I´m a Surviver
  9. We´re not alone
  10. What Love is

Laufzeit:
 52:05 Min.


 
 
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