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Review: Sideburn S |
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Album:
| | THE NEWBORN SUN, 2007, Buzzville |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | J.G., 23.06.2007 |
Review:
| | An Sideburn und ihrem neuen Album THE NEWBORN SUN mag sich wohl so mancher Teenie-Tester die Zähne ausbeißen und in seiner unwissenden Verzweiflung versuchen, den vier Schweden jede Menge neuzeitlicher Vorbilder unterzuschieben. Angesichts der zähflüssigen 70er Jahre Rock-Ausrichtung fallen vermutlich Namen, wie Kyuss, die Dessert Rocker aus Kalifornien, die Nachregenten Queens of the Stone Age oder gar namentliche Größen wie Free. Darf's vielleicht noch etwas El Caco Co. sein?
Treffend ist jedoch keiner der Vergleiche.
"Schluss damit Junge", würde ich sagen, "besuch nochmal die Musikschule des Rocks", denn wer die wirklichen Größen des Business dieser Zeit nicht spontan nach dem Wachrütteln aus der Tiefschlafphase rückwärts buchstabieren kann, darf auch nicht kritisieren.
Wir schreiben das Jahr 1968, als sich in London vier Musiker anschicken, eine Band zu gründen. Benannt nach einem Ausspruch des The Who-Drummers Keith Moon, der damals behauptete, die Band sei so heavy, dass sie wie ein bleiener Zeppelin abstürzen würden, nannte sich das Quartett infolge Led Zeppelin.
Und genau das ist es, was die Schweden stellenweise mehr oder weniger gelungen versucht haben ins 21. Jahrhundert zu transferieren ohne sich den modernen Strömungen allzusehr anzubiedern.
Klar, ein wimmernder und nölender Robert Plant ist wohl schwer zu imitieren und auch Jimmy Page war an seiner Gitarre kein gewöhnlicher Session-Musiker von der Stange. Trotzdem hatten die Schweden genügend Gespür, die wesentlichen Elemente der Altmeister in neue Songs zu giesen und dabei den Zeitgeist der 70er zu konservieren. Besser noch, ihn aus jeder Riff-Pore herausdampfen zu lassen, manchmal leicht, lebendig und fröhlich, manchmal aber auch schwer, zäh und melancholisch.
Der Einsatz bzw. die Abstimmung ihrer Instrumente an die Bedingungen der 70er ist durchaus gelungen und vermittelt recht authentisch die damals noch "beschränkten" Möglichkeiten. Aber sie demonstrieren auch die Raffinesse, sich von diesen Fesseln zu lösen, seien es Wahwah-Gitarren-Effekte, diverse Rückkopplungen und Verzerrer. Man sollte schließlich bedenken, dass zur damaligen Zeit als elektronisches Hilfsmittel Analog-Synthesizer die Musik-Welt regierten und Schnick-Schnack wie Sampling noch nicht einmal buchstabiert wurde.
Schon der Opener "I am a King" zeigt die ersten Parallelen zu den britischen Fossilien. Hier erkennt man Gitarren-Effekte wie bei "Whole Lotta Love". Dort wurden diese jedoch während der endlos dauernden Instrumental-Passage fast zu exzessiv gebraucht. Das ist hier nicht der Fall. Es wird der Spirit vermittelt, ohne dabei das Nervenkostüm der Zuhörer schon gleich zu Beginn über die Maßen zu strapazieren.
Etwas untypisch tanzt "Top of the World" aus der Reihe indem hier fröhliche Hilly Billy-Riffs eingebaut wurden, wie man sie von eher von B52 Co. gewohnt ist.
Gerade bei Songs wie "When the Day die" fühlt man sich wie in einer Zeitmaschine und hat seine liebe Mühe die überdimensionlen Kopfhörer über seine Langhaarmähne streifen.
"When the Day dies" könnte durchaus auf der B-Seite der Single "The Rain Song" anzutreffen sein, so deutlich sind die Ähnlichkeiten - sei es die Akustik-Gitarre und der sanfte Gesang zu Beginn, die orchestrale Überleitung zum Hauptthema und auch der wuchtige Einsatz der E-Gitarren und Rhythmusabteilung. Was sich jedoch bei den Vorbildern in schleppenden fünf Minuten entwickelt, wurde bei Sideburn gnädigerweise in einer guten Minute geschafft. Danach ist man lieber abgebogen und trickreich seinen eigenen Wegen gefolgt, was durchaus gefallen mag.
Nicht von der Hand zu weisen sind bei "Farmer Joe" die Parallelen der Gitarren-Riffs zu Kyuss (moment, geplante Riffs und Kyuss - ein Widerspruch in sich), aber eben auch zu Led Zeppelin. Am ehesten ist es der tiefen wummernde Rhythmus, der neuzeitlichen Vergleichen stand hält.
Eindeutiges Tribut an die britischen Altmeister ist den skandinavischen Jungs mit "Another Day in the blue" gelungen und erinnert an Songs wie "No Quarter".
Deutlich deftiger frönt man den modernen Stoner Rock mit "The Sun will love you". Leider ist der Song nicht so "stoned", wie es die Großmeister von Spiritual Beggars drauf haben, jedoch sorgt er angesichts seiner Dauer von mehr als sieben Minuten für genügend Abwechslung und Stoner-Feeling.
Fazit: Kinder der Neuzeit und da gehören auch schon die etwas älteren Semester dazu, die erst in den guten alten 80ern zur Szene gestoßen sind, werden hier vielleicht keinen Zugang finden und angesichts der teilweise schleppenden und nach dem ersten Höreindruck konfus wirkenden Arrangements schnell das Handtuch werfen.
Kein Thema, es sei ihnen verziehen, denn nicht alles, was früher war, war auch zwangsläufig besser.
In jedem Fall kann man Sideburn bescheinigen, dass sie sich intensiv mit der Musik dieser Epoche beschäftigt haben und auch alle wesentlichen Ellemente in ihr eigenes Songwriting einfließen ließen, ohne dabei auf billige Plagiate zurückzugreifen.
Aber auch neuzeitlichere Strömungen und hier besonders der Stoner Rock blieb nicht unberücksichtigt und schafft es eine ganz eigene Mischung zu brauen, die eine interesannte Brücke bildet, über mehr als 30 Jahre Musikgeschichte. |
Tipp:
| | Fans von Musik der 70er Jahre sei dieses Scheibchen ans Herz gelegt, denn man darf sich auf das eine oder andere Deja Vu freuen. |
Titel-Liste:
| | - I am a King
- Sweet Wine
- Top of the World
- When the Day dies
- A Piece of Shade
- Soulville
- Farmer Joe
- Another day in the blue
- The Sun will love you
- Riding the Rainbow
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Laufzeit:
Band-Infos:
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