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Review: Silent Force |
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Album:
| | WALK THE EARTH, 2007, AFM |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | U.B., 04.12.2007 |
Review:
| | Nun sind es nur noch wenige Tage bis Weihnachten und viele haben schon die Weihnachtseinkäufe hinter sich. Für die Oma eine CD vom Traum aller Schweigermütter Dauergrinser Hansi Hinterseer, für die Mama ein Album von der deutsch- österreichischen Koproduktion des Volksmusikterrors: Marianne und Michael und für den Daddy die üblichen Krawatten mit so hässlichen Mustern, dass der Arme sich am liebsten direkt daran aufhängen würde. Falls euch jetzt noch ein Geschenk für Freundin/Freund fehlt, hätte ich da einen Tipp. Von Silent Force die WALK THE EARTH.
In der Ruhe liegt die Kraft. Ob die deutsch- amerikanische Combo diesen Spruch bei ihrer Namensgebung inspiriert hat ist nicht sicher. Sicher aber ist, die Jungs um Aushängeschilder D.C. Cooper (Vocals) Ex- Royal Hunt und Alex Beyrodt (Gitarre) Ex- Sinner, machen gekonnten Melodic Power Metal. WALK THE EARTH ist bereits die vierte Scheibe.
Beim Anblick des Cover Artwork bekommt man sofort ein Deja-Vu Gefühl. Das kenne ich doch!? Richtig, auf Messiah`s Kiss DRAGONHEART ist ebenfalls eine, nur spärlich mit Schleiern bekleidete Frau in Rückenansicht zu sehen. Da beide Alben aber fast zeitgleich erschienen sind, ist das bestimmt Zufall.
"Man and Maschine" beginnt mit geheimnisvollen Keyboard und Gitarrenklängen die sehr orientalisch klingen. Dann legen Drums und Bass fulminant los und D.C. Coopers unverwechselbare Stimme ertönt. Die Rhythmusinstrumente dominieren so stark, dass Coopers Stimme und die Backing Vocals schon zu sehr in den Hintergrund gedrängt werden. Gitarre und Keyboard haben die Gelegenheit abwechselnd Soli zu spielen. Schöne Uptempo Nummer.
Das Titelstück "Walk the Earth" startet mit harten Riffs und wummernden Drums. Unvermittelt erklingt nur noch ein Piano und Coopers Gesang. Nach diesem ruhigen Zwischenspiel marschieren Drums, Keyboard und Bass richtig los. Schönes Zusammenspiel von Vocals und Hintergrundgesang und eine Top Melodie zeichnen dieses Stück aus. Später gibt es abermals eine getragene Phase mit akustischer Gitarre und Keyboards dann drücken die Jungs wieder aufs Tempo. Der Chorus bleibt direkt im Ohr.
"Point of no Return" ist anfangs ein deftiger Metal Hammer. Leider ist auch hier Coopers tolle Stimme, außer in einem ruhigen epischen Abschnitt, zu sehr vom Drumgewitter überlagert. Mit Dennis Ward von Pink Cream 69 hatte man doch einen sehr erfahrenen Produzenten mit ausgezeichnetem Ruf. Ansonsten ist hier eine gelungene Mischung aus Power und Melodie angesagt die sofort zündet, besonders gut die Keyboardeinlagen.
"In from the Dark" wird eingeleitet durch Sphärische Keyboardklänge bevor Hilgers an der Gitarre und Thorsten Röhre an den Keys sich gekonnt in Solis ablösen. Viele kleine, verspielte Kabinettstückchen zeugen von sorgfältigem Songwriting und Liebe zum Detail. Zum Ende des Songs lässt Beyrodt die Finger in Malmsteen Manier flitzen: Das Soli ist aber nicht zu lang und nur Selbstzweck, sondern passt wunderbar.
"The King of Fools" zu Beginn eine Mischung aus spanischer Gitarre und orientalischen Klängen ist dann eine flotte Sache. Zur Mitte nimmt man deutlich an Tempo weg. Coopers Stimme klar und mit einer Portion Pathos passt perfekt. Beyrodt legt einen Lauf über die Bünde seines Sechssaiters hin, dass die Ohren glühen.
Bei "The Child within" gelangt man in ruhigere Gefilde. Im Vergleich zu den meisten anderen Songs geht es hier unspektakulär zu. Schnelle Gitarren Licks, aber es fehlen die Highlights.
"Goodbye my Ghost" ist noch ein gelungener Rock Song, von der Grundstimmung düsterer und etwas traurig. Gitarre und Keyboards wechseln sich ab. Dynamische Tempowechsel gibt es nicht.
"Save me from myself" ist eine Ballade, ganz auf die Stimme Coopers zugeschnitten. Akustische Gitarre und die die ausdrucksvollen Vocals stehen im Vordergrund.
Orchestrale Klänge läuten "My Independence day" ein. Was dann folgt ist typisch für WALK THE EARTH. Ein eingängiger Song, teils heftige Riffs schnelle Läufe auf Gitarre und Keyboards sorgen für die nötige Abwechslung.
"Blind leading the Blind", der wummernde Bass von Jürgen Steinmetz und die Drums drücken kräftig. Eine kurze gesprochene Passage: "You know, It will take time to restore chaos, but we will" mit der Stimme von Georg Bush, sind eine Anklage gegen die politischen Führer. Der Rest bewegt sich im mittleren Tempobereich. Zum Schluss erklingt die Gitarre zunehmend aggressiver nach kurzem Sololauf fräsen sich die Riffs ins Ohr.
"Running through the Fire" hat alles was ich mir von einem modernen Metal Song erwarte. Eine Melodie die einen nicht still sitzen lässt, ein Ohrwurm Refrain, pfeilschnelle Gitarrenläufe, Rhythmuswechsel, alles da.
Last but not least folgt das abschließende "Picture of a Shadow". Silent Force ziehen noch mal alle Register. Heftige Riffs schallen einem um die Ohren. Die Drums wirbeln und blasen zur Attacke. Coopers Vocals sind auch in großen Höhen klar, leidenschaftlich und klingen alles andere als bemüht. Der Mann schüttelt das locker aus den Stimmbändern. Eine tolle Power Nummer die den würdigen Abschluss eines Spitzenalbums bildet.
Fazit: Auf WALK THE EARTH erklingt Silent Force etwas härter als bisher gewohnt mit einem Schuss Bombast (aber völlig ohne Kitsch) und kleinen Prog Einlagen. Die Songs überzeugen durch tolle, komplexe Melodien, klasse Refrains und Abwechslungsreichtum. Veredelt wird das Ganze durch D.C. Coopers geniale Vocals, die ich mir beim abschließenden Soundmix etwas mehr im Vordergrund gewünscht hätte. Es muss also nicht Hansi Hinterseer sein. Eine blonde Mähne hat Cooper auch und eine Stimme, die um Welten über der des österreichischen Sonnyboy liegt, wenn auch in einem anderen Genre. |
Anspieltipp:
| | "Walk the Earth", "Save me from myself", "Running through the Fire", "Picture of a Shadow". |
Titel-Liste:
| |
- Man & Machine
- Walk the Earth
- Point of no Return
- In from the Dark
- The King of Fools
- The Child within
- Goodbye my Ghost
- Save me from myself
- My Independence Day
- Blind leading the Blind
- Running through the Fire
- Picture of a Shadow
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Laufzeit:
Band-Infos:
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