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Review: Silver Dirt
 
SONIC BOOM

Album:
 SONIC BOOM, 2006, SUISA

Stil:
 Pop Rock, Hard Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 12.05.2006

Review:
 Sie bezeichnen sich selbst als gerne Sleaze Rock Band, was eigentlich zu eng gefasst wäre. Die vier Jungs aus Genf haben sich mit Haut und Haaren dem Rock verschrieben und schöpfen ihre Ideen aus nahezu 30 Jahren Musik-Geschichte, beginnend in den 60ern und Bands wie The Who, über die wilden 70er mit Led Zeppelin bis hin zu Größen der 80er, wie Kiss & Co.. Dass sie dabei jede Menge eigene Musikerfahrung mitbringen, wird schon nach wenigen Augenblicken klar. Obwohl die Band ihre Stärken eher bei Live-Auftritten sieht, ist das aktuelle Album SONIC BOOM trotzdem nicht aus Pappe. Produziert im Rock On Studio von Jean Cataldo, versprüht die Combo Frische, Lebensfreude und druckvolle Rhythmen vom ersten bis zum letzten Ton. Da hätte es den Verbal-Hinweis, es würde ein Rock'n'Roll-Record folgen, garnicht erst gebraucht.

"Go! She said" macht genau das, was der Titel verspricht, in bester 60er Rock'n'Roll-Manier nach vorne stürmen und Ohren und Muskeln auf die flotten Rhytmen einstimmen.
Überraschenderweise ist gerade der Titel-Song "Sonic Boom" nach meinem Geschmack nicht so griffig und eingängig, wie ich es mir vorgestellt hätte. Mit etwas gemäßigtem Tempo bleib noch genug spritziger Rock, der aber nicht so recht in meinem Gedächtnis haften will.
Deutlich dreckiger im bester Garagenrock-Art sprudelt "City Prowler" aus den Lautsprechern. Authentisch und schnörkellos kann er auf der ganzen Linie überzeugen und der Refrain zwingt den Zuhörer fast dazu, mitzugrölen.
Klassisch und zeitlos trifft "About Rock'n'Roll" genau ins Schwarze. Die Riffs können voll überzeugen, ebenso wie die Rock'n'Roll-typischen Breaks im Wechsel mir den Gesangs-Passagen. Hier darf abgerockt werden, bis die Sohlen qualmen.
Na klar, ist "The last Time" ein Cover der Rock-Fossilien The Rolling Stones. Das tut dem Hörspaß aber keinen Abbruch und reiht sich nahtlos in den Reigen der eigenen Werke.
Wer auf Up-Tempo steht, der wird mit "Mean Machine" richtig bedient. Alles, was davon fliegen könnte, bitte vorher festhalten.
Um die Sache nicht zu einsetzig zu gestalten, haben die Jungs bei "Angel with silver Wings" mal soeben ganz tief in ihrer Blues-Schublade gekramt und ihn mit einigen Psychedelic-Klängen garniert.
Druckvoller Gitarrenteppich, einige Hey's und Hoh's, und ein treibender Beat, das kann doch nur Punk sein. Richtig getippt, "Room 666" hat eine gehörige Portion davon mit auf den Weg bekommen.
Bevor mit der blueslastigen Ballade "Freedom Haven" das Album sein Ende findet, darf bei "Zero Gravity" noch mal so richtig abgerockt werden.

Fazit: Es überrascht die große musikalische Bandbreite, die in jedem Fall zu begeistern weiß. Man braucht kein Prophet sein, um zu ahnen, wie bei dieser Truppe auf der Bühne die Post abgeht. Da sie bereits für Bands wie Iron Maiden, Rammstein oder Deep Purple als Opener aufgetreten sind, sollte sich so langsam der Erfolg einstellen, denn verdient hätten sie es.
Die einzige Phantasielosigkeit, die ich hier gefunden habe, waren die Spitznamen der Bandmitglieder. Silver Steff, Dirty Seb, Silver Gregg und Dirty Lyo sind nur beim ersten Mal wirklich witzig - aber dafür gibt es bei uns garantiert keinen Punktabzug!

Tipp:
 Egal ob man Fan von den Rolling Stones, Mötley Crüe, Ramones oder Kiss ist, hier finden jeder einen passenden Deckel für seinen persönlichen Topf. Und das mit Guter-Laune-Garantie. Let's Rock!

Titel-Liste:
 
  1. Go! She said
  2. Sonic Boom
  3. City Prowler
  4. About Rock'n'Roll
  5. The last Time
  6. Last Exit/Voodoo Land
  7. Mean Machine
  8. Angel with silver Wings
  9. Room 666
  10. She's got to be
  11. Wasted Dream
  12. Zero Gravity
  13. Freedom Haven

Laufzeit:
 53:10 Min.

Band-Infos:
 
  • www.silverdirt.com 


  •  
     
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