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Review: Silverlane |
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Album:
| | LEGENDS OF SAFAR, 2005, Eigenproduktion |
Stil:
| | Epic Metal, Melodic Metal |
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 06.09.2006 |
Review:
| | Selten hat mich ein neues Scheibchen von Beginn an so in seinen Bann gezogen, wie das Konzeptalbum der Gruppe Silverlane. Das Werk LEGENDS OF SAFAR handelt von einer geheimnisvollen Fantasiewelt eines Landes namens "Safar" und klingt stellenweise so geheimnisvoll, wie man es vermutet.
Hauptverantwortlich waren dabei Drummer Simon Michael, der bereits die Stöcke für Subway to Sally geschwungen hatte und Sänger T. Marcello. Ohne Label im Rücken entstand das Album im Homestudio des Gitarristen Chris Alexander in fast 2-jähriger Eigenproduktion.
Das Ergebnis lässt sich hören. Episch angehauchter melodischer Metal, oft schon an der Grenze des Power Metal wummert druckvoll über eine Stunde lang aus den Boxen und klingt zu jeder Sekunde professionell.
Nach einem kurzen gernetypischen Synthesizer-Bombast-Intro "From Ashes to Glory", startet der Titel "First Chapter" sofort voll durch. Der bestimmende Rhythmus treibt Gitarren und Keyboard gnadenlos nach vorne. Spätestens nach einer Minute haben die Gitarren die Oberhand gewonnen und alle Keyboard-Spuren restlos getilgt.
Geschickt wurde dabei durch die Arrangements der Instrumente nicht nur für den Sänger Marcus T. Marcello genügend akustischer Freiraum geschaffen, sondern man hat auch nicht vergessen, den Riffs genügend Klebstoff für die Gehörgänge mit auf den Weg zu geben.
Schon der Titel "Hymn of Safar" zeigt wo's lang geht. Mit bester Hymnen-Manier, wie in Franken höchstens noch Freedom Call dagegen halten kann, werden recht flotte melodische Riff-Salven in die Menge gefeuert. Klar, dass ein Ohrwurm-Refrain und fette Chöre dabei für gute Laune sorgen.
"March of the Lorocs" überrascht mit morgenländischem Intro und neben einer dominanten Basslinie vor allem mit hervorragender Gesangsleistung und einer ausgewogenen Abmischung. Hier wirkt eindeutig das Gesamtbild - niemand spielt sich in den Vordergrund oder wird gar unterbuttert.
Im Gegensatz zum Vorgänger marschiert "The Call" im vollen Edguy-Tempo nach vorne. Die Rhythmus-Fraktion gibt dabei ihr Bestes, möglichst jedes Riff in den Gehörgang zu stanzen, was auch voll gelingt. Lediglich ein etwas langsameres Fill-in, lässt kurz Zeit zum Luftholen. "Shadowride" bestreitet etwas später ähnliche Pfade.
"Legend", eines meiner persönlichen Favoriten ist wieder ganz auf Hymne getrimmt. Treibende Drums und eine dominante Rhythmus-Gitarre sorgen immer wieder für Zwischenspurts und lassen den Kopf unweigerlich mitnicken.
Eines der aggressivsten Songs ist "Battle of Ibraan", der jedoch bei aller Härte und Double-Bass nicht auf Melodic und Gefälligkeit verzichtet. Spätestens beim Refrain kommt wieder das bereits bekannte Ohr-Schmeichel-Gefühl auf. Interessant ist hierbei das Gitarren-Solo, welches, anders als vielleicht erwartet, die Hook-Lines des Refrains thematisieren.
"Agony of Death" bewegt sich hart an der Grenze von True Metal-Themen, wie man sie ansonsten von Manowar oder Hammerfall erwarten würde. Diesmal werden die Gitarren gänzlich von der Leine gelassen und feuern ein ums andere Mal Solo-Salven ab.
Auch wenn "Ray of Eternity" erneut auf ein orientalisches Intro zurückgreift, entwickelt sich der Song ziemlich schnell zu einer reinrassigen Heavy Metal-Granate mit fetten Chören und einem Hauch hymnischer Akzente. Erwähnte ich das Gitarren-Solo?
Wer denkt, dass die musikalische Bandbreite mit dem bisher Beschriebenen erschöpft sei, der wird eines besseren belehrt. "My Way to Keah" überrascht mit AOR-tauglichen Klängen wie man es eher von Survivor & Co. erwartet hätte.
Um das Album richtig abzurunden fehlt lediglich eine richtige Ballade, die mit "Can't see the Sun" postwendend nachgereicht wird.
Für den würdigen Ausklang eines gelungenen Konzepts sorgt zuletzt der Mini-Epos "Wisdom Lord", der eine ausgewogene Mischung aus schnellen, sanften, Synthie- und Gitarren-Klängen bietet und nicht zuletzt durch eine überzeugende Gesangsperformance den Zuhörer zu fesseln versteht. Das der Spaß nicht gänzlich außen vor bleibt, macht sie nur noch sympathischer.
Fazit: Selten habe ich ein packenderes Konzept erleben dürfen als hier. Da fallen mir Rhapsody, Virgin Steele und Savatage ein, die aber in einer gänzlich anderen Liga spielen. Umso erstaunlicher ist die Leistung von Silverlane an dieser Stelle zu bewerten. Sicherlich werden die Kritiker behaupten, dass man doch nur alte Zöpfe neu geflochten und nicht das Rad neu erfunden hat. Es kommt jedoch auch immer auf die Umsetzung an und die ist einfach gelungen.
Wer dann noch denkt, dass es sich nur um aufgeblasene moderne Studiotechnik handelt, dem wird spätestens dann der Mund offen stehen bleiben, wenn er das Sextett live erleben darf und kaum Abstriche wahrnehmen wird. Für mich persönlich hat dieses Album mühelos den Sprung in meine Top-10 des Jahres 2006 geschafft. |
Tipp:
| | Fans des Epic, Symphonic und Melodic Metal erhalten hier interessante Kost geboten, die so schnell nicht langweilig wird. Die brillante Produktion lässt kaum Wünsche offen und sollte auch von deutlich namhafteren Bands endlich wieder angestrebt werden. Silverlane zeigen wie es geht. |
Titel-Liste:
| | - From Ashes to Glory
- First Chapter
- Hymn of Safar
- March of the Lorocs
- The Call
- Legend
- Battle of Ibraan
- Agony of Death
- Shadowride
- Ray of Eternity
- My Way to Keah
- Can't see the Sun
- Wisdom Lord
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Laufzeit:
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