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Review: Sinner
 
MASK OF SANITY

Album:
 MASK OF SANITY, 2007, MTM

Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 J.G., 24.01.2007

Review:
 Blondschopf Mat Sinner (bürg. Mathias Lasch) ist sicherlich kein Unbekannter, zupft er doch so nebenbei auch bei Primal Fear den Bass. Nachdem er das letzte Album der Recken nicht nur produziert hatte, sondern maßgeblich am Songwriting beteiligt war, wollte er nun auch Solo einen weiteren Versuch starten.
Mat Sinner will es also wieder einmal wissen. Nach seinen letzten Hammer-Scheibchen, THE NATURE OF EVIL, THE END OF SANCTUARY und THERE WILL BE EXECUTION, die samt und sonders astreinen knackigen Heavy Metal geboten haben, ist das Anspruchsdenken dementsprechend hoch.

Sägende Gitarren, tierisch groovende Riffs und druckvolle Bass- und Schlagzeugarbeit, dass man am liebsten sofort mit abrocken oder zumindest mit gezückter Luftgitarre quer durch's Wohnzimmer pflügen möchte, wird auch bei der neuen MASK OF SANITY zu hauf geboten.
Eine Band war schnell gefunden. Er engagierte kurzerhand Lead-Gitarrist Tom Naumann von Primal Fear, ex-Primal Fear Drummer Klaus Sperling, Christof Leim schnallte sich die zweite Gitarre um und Frank Rössler übernahm die schwarz-weißen Tasten. Klar dass Mat den Bass zupft und bei Sinner selbstredend die Gesangsparts liefert. Seine leicht raue Stimme in angenehmer Mitteltonlage passt dabei wie der berühmte Deckel auf den Solo-Topf.
Was dürfen wir nun erwarten? Sind es nur Songs zweiter Wahl, die es nicht auf's letzte Primal Fear Album geschafft haben?
Wohl kaum, denn wer Mat kennt, der weiß, dass er so etwas gar nicht nötig hat.

Der Opener "The other Side" signalisiert eindeutig und unmissverständlich, was einen in den nächsten knapp 50 Minuten erwartet. Eingängige, groovende Riffs mit überzeugender Gesangs- und Instrumentalleistung professionell in Szene gesetzt. Das freut Fans und Heavy Metal Freaks gleichermaßen.
"Diary of Evil" (mit genialem Ohrwurm-Refrain), "Badlands" und "Black" schlagen anschließend nochmals mit voller Wucht in die gleiche Kerbe. Spätestens hier sollten sich bei den aktiven Zuhörern schon die ersten Schweißflecken unter den Achseln bemerkbar machen, auch wenn "Badland" trotz flottem Tempo insgesamt nicht ganz so aggressiv klingt, wie die beiden anderen.
"Thunder Roar" hat es wiederum sehr eilig und drückt das Gaspedal gehörig durch, auch wenn dies nach den ersten Piano-Klängen vielleicht nicht zu vermuten war - oder doch?. Hier heißt es Kopf festhalten, dass die Murmel beim Bangen nicht davon fliegt.
Hier mal ein Tipp für "Thunder Roar" an Mat. Nimm doch bitte das nächste Mal Leute, wie z.B. Olli Hartmann für den Background-Gesang. Der hätte es gekonnt oder nimm gleich mich, denn ich sing' unter der Dusche auch nicht schräger.
Natürlich dürfen Balladen nicht fehlen, ebenso wie Wein zu einem guten Essen. Obwohl der Refrain bei "The Sign" nahezu zuckersüß aus den Boxen sickert, sind stimmlich und auch instrumentell noch genügend Ecken und Kanten übrig, die ein Abdriften ins "Schnulzenländle" verhindern. Auch das spätere "No Return" fügt sich organisch in das Gesamtwerk ein, bei angenehm geringen Schmalzfaktor.
Mit "Revenge" wird das Tempo wieder deutlich erhöht und es regiert das Gitarren-Riff. Aber keine Angst, der Refrain wurde nicht vergessen und punktet ein weiteres mal mit seiner Eingängigkeit. Noch Stunden später ertappe ich mich, wie ich ihn leise nachpfeife.
Anders als bei typischen AOR-Dudel-Scheibchen verabschiedet sich Sinner als echter Heavy Metaller mit einem richtigen Paukenschlag. Bei "Last Man standing " werden nochmals alle Reserven mobilisiert und in die Vollen gegangen. So soll es auch sein, denn schließlich steht der nächste Durchgang unmittelbar davor.
Als Bonus-Song hat man sich mit "Baby please don't go" an einen wahren Klassiker von Thin Lizzy herangewagt und auch prima hinbekommen, zeigt es doch, dass manche Ideen dort ihren Ursprung haben.

Fazit: Einwandfrei produziertes, abwechslungsreiches Album, dass fast auf der ganzen Strecke voll überzeugen kann. Jedes Solo sitzt punktgenau, wirkt natürlich und ist längenmäßig genau abgestimmt. Dass dabei stellenweise ein Hauch der letzten Primal Fear-Scheibe durchblitzt, liegt wohl in der Natur der Sache. Ob es das stärkste Album von Mat ist, möchte ich nicht blind unterschreiben, jedoch ist es mit Sicherheit nicht das Schlechteste!

Tipp:
 Alle Sinner-Fans dürfen sich freuen, ihrer Sammlung eine weitere CD hinzufügen zu können, die genau das bietet, was man erwartet hatte.
Neulinge bekommen ein solides Metal-Werk nach traditionellem Strickmuster, das einem knappe 50 Minuten Hörvergnügen bereitet.
Und Primal Fear Fans? Nun, wechselt doch mal die Stimmlage und hört bei Sinner rein...

Titel-Liste:
 
  1. The other Side
  2. Diary of Evil
  3. Badlands
  4. Black
  5. Thunder Roar
  6. The Sign
  7. Revenge
  8. Under the Gun
  9. Can't stand the Heat
  10. No Return
  11. Last Man standing
    - - - Bonus - - -
  12. Baby please don't go

Laufzeit:
 49:49 Min.

Band-Infos:
 
  • www.matsinner.de 


  •  
     
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