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Review: Skinny Puppy
 
MYTHMAKER

Album:
 MYTHMAKER, 2007, Synthetic Symphony

Stil:
 Industrial

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.K., 12.02.2007

Review:
 Mit MYTHMAKER legen die zwei Kanadier von Skinny Puppy ihr dreizehntes Album vor. Geboten wird wieder Industrial, Fans von schweren Gitarren brauchen gar nicht erst weiter zu lesen. Für alle anderen hier mal ein Einblick in MYTHMAKER:

Das Album beginnt mit dem viereinhalb Minuten langen "Magnifishit", welches an sich ein langsamer Song mit interessantem Arrangement ist. Die Stimme von Sänger Nivek Ogre wird hier schön verzerrt. Textlich nicht allzu abwechslungsreich, aber dafür eingängig und mit schönen Melodiebögen ausgestattet.
Weiter geht es mit "Dal", der Beginn erinnerte an so manche Hip Hop-Songs, vom Sample her. Auch David Hasselhoff fährt kurzzeitig mit K.I.T.T. durch die Gehörmuschel, vermischt mit einer weiblichen Stimme. Im weiteren Verlauf des Songs werden bedrohlich anmutende Synthie-Arien mit leicht vertrackten Strophen gemischt. Musikalisch nur minimal schneller als der Opener. Jedoch bleibt immer ein roter Faden bestehen, an dem man sich gehörtechnisch orientieren kann. Zum Ende hin gibt es noch ein kurzes Comeback der weiblichen Stimme, gemischt mit einer Menge komischen Zeugs.
"Haze" beginnt mit zwitschernden Vögeln und einer süßlich-klebrigen Melodie, Ogre's Stimme passt ziemlich gut dazu. Der dritte Song auf MYTHMAKER lässt sich ohne Umschweife als Ballade einordnen. Und diese Rolle füllt der Song super aus, kann man sich vor allem abends sehr gut anhören. Teilweise schon fast bombastisches Songwriting, sehr imposant in Szene gesetzt. Obwohl der Song zum Ende hin schneller und hektischer wird, insgesamt Daumen hoch.
Mit "Pedafly" und einer ruhigen Atmosphäre geht es im Anschluss weiter. Eine Midi-Melodie lockt den Hörer tiefer in den Song, welcher dann eine überraschende Wendung präsentiert und aggressiver, schneller und böser wird. Interessant ist sicherlich das kompromisslose Drumming sowie der, Rob Zombie nicht unähnliche, Gesang in den Strophen. In der Mitte des Songs kommt eine ruhige Bridge zum tragen, wo Ogre mit klarem Gesang überzeugen kann. Insgesamt ein stampfender Industrial-Song, erinnert etwas an Mortiis.
"Jaher" überrascht mit einer akustischen Gitarre, gespielt von Saki Kaskas. Ein Piano kommt im Laufe des Songs ebenfalls zum Vorschein. Ein weiterer langsamer Song, in dem sich klare und verzerrte Vocals abwechseln Das Piano weckt Erinnerungen an Nine Inch Nails, ist es doch recht simpel, aber effektvoll gespielt. In jedem Fall ist auch "Jaher" eine gute, überraschende Ballade.
Das folgende "Politikil" zieht da das Tempo schon ordentlich an, bedingt durch den schnellen Einsatz des Synthesizers. Ab und an, fast schon wahllos, wird dem Hörer eine Verschnaufpause gegönnt, bevor entweder der Synthesizer oder Ogre's Gesang die Geschwindigkeit wieder erhöhen. Sicherlich ein abwechslungsreicher Song und definitiv ein Highlight von MYTHMAKER.
Ein vertrackter Start, Ogre's prägnanter Gesang und mehrere Synthesizer-Effekte. So startet "Lestiduz", der wohl am wenigsten eingängigste Song auf dem dreizehnten Album von Skinny Puppy. Verzerrtes Frauen-Gestöhne, durchgedrehtes Sampling, lang gezogene Keyboard-Einsätze…Irgendwie alles ohne richtigen Hand und Fuß, und daher für mich eher schwach.
Mit 3:48 Minuten ist das folgende "Pasturn" der kürzeste Song auf MYTHMAKER. Es wird langsam und ruhig begonnen, steigert sich jedoch sowohl im Tempo als auch in der Anzahl der Spuren bzw. musikalischen Elemente. Langsame und schnelle Parts wechseln sich in "Pasturn" ab, und Ogre's Gesang kann man sich durchgehend ganz gut anhören, er singt fast klar und es passt ziemlich gut zum Song. Meiner Meinung nach ein eher durchschnittlicher Song.
"Ambiantz" startet im Mid-Tempo mit einem eingängigen Beat und bietet recht simple Kost, wenn man das bei Skinny Puppy überhaupt so sagen kann. Die Stimme von Sänger Ogre wechselt zwischen sehr guten, klaren und stark verzerrten Gesang. In der Mitte ist ein langsamer, melodischer Teil eingebaut, bevor es im Mid-Tempo weitergeht. Kann man sich anhören, muss man aber nicht. Einzig und allein die klaren Vocals können hier sehr überzeugen.
Mit sechseinhalb Minuten ist der letzte Song auf MYTHMAKER, "Ugli", gleichzeitig der längste. Nach einem eher langsamen Beginn wird das Tempo von einer Sekunde zur nächsten angezogen, ab und zu noch unterstützt von schnellen Gitarren-Riffs. Die Haupt-Textzeile ist "Jesus wants to be burning", schön provokant. Das Tempo wird nur in der Mitte des Songs etwas gedrosselt, um dann noch mal kurz angezogen zu werden. Die letzten zwei Minuten bestehen jedoch nur noch aus langsamen Sampling, und mit einem recht nervigen Effekt endet MYTHMAKER.

Fazit: Skinny Puppy bringen mit MYTHMAKER ein größtenteils eingängiges, jedoch zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise poppiges Album auf den Markt. Mir persönlich gefiel die erste Hälfte der CD besser, im zweiten Teil wird es teilweise zu hektisch. Sauber produziert ist MYTHMAKER vom Scaremeister auf jeden Fall, und mir persönlich sagt auch das Artwork sehr zu, welches mit 2 Gemälden von Tom Patchett (Cover und Cover der Papphülle) nochmals aufgewertet wurde.

Tipp:
 Auf jeden Fall "Politikil", "Jaher", "Haze" und der Opener.

Titel-Liste:
 
  1. Magnifishit
  2. Dal
  3. Haze
  4. Pedafly
  5. Jaher
  6. Politikil
  7. Lestidenz
  8. Pasturn
  9. Ambiantz
  10. Ugli

Laufzeit:
 48:59 Min.

Band-Infos:
 
  • www.skinnypuppy.com 


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