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Review: Sonata Arctica
 
UNIA

Album:
 UNIA, 2007, Nuclear Blast

Stil:
 Progressive Symphonic Power Metal

Wertung:
 7 von 7
7 von 7 Punkten
 M.H., 12.06.2007

Review:
 Unia ist finnisch und heißt auf Deutsch Träume. Und UNIA ist auch der Name des neusten Werks der finnischen Power Metaler Sonata Arctica. Doch wie schon beim genialen Vorgänger RECKONING NIGHT sind die Grenzen zu anderen Stilrichtungen des Rocks und Metals hier mehr als fließend. Mehr noch - ich würde gar behaupten, dass Sonata Arctica hier weg gehen vom typischen Power Metal - hin zum Progressive Metal.

Schon der Opener "In black and white" ist ein typisches Beispiel für das neuste Werk der Mannen um Shouter Tony Kakko. Zwar sucht man vergeblich Double-Base-Läufe, aber der Song hat trotzdem ein gesundes Tempo zu bieten. Man muss schon höllisch aufpassen, um keinen der verschiedenen Breaks zu verpassen. Genial ist auch der Mittelteil, bei dem Gitarrist Jani Liimatainen seinen Flitzefingern kongenial als Gegenpart zu der Hammondorgel über die Saiten wandern lässt. Und dann noch dieser Chorgesang - kurzum: Der Startsong geht glatt als kleine Rockoper durch; Kamelot lässt grüßen.
Die Singleauskopplung "Paid in full" ist da schon um einiges eingängiger arrangiert und erstaunlich radiotauglich. Ob sie mir deswegen nicht ganz so gut gefällt?
Beim nachfolgenden "For the Sake of Revenge" wird es düster, ich würde gar behaupten, dass Sonata Arctica hier gekonnt den Gothic Metal zitieren.
"It won't fade" beginnt mit einem sehr intensiven Chorintro, um dann zu einem sehr aggressiven Rocksong zu werden, jedenfalls bis der Refrain einsetzt, der als erster auf der CD an die alten Stücke von Sonata Arctica erinnert. Aber auch hier sind wieder einige Breaks drin, so dass man wieder genau hin hören muss.
Mit "Under your tree" geht Sonata Arctica dann ganz neue Wege, jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, dass in einen der Song der Finnen mal irische Folkmusik zitiert wurde. Das Stück ist wirklich eine wunderschöne und entspannte Nummer zum Träumen.
Und das Spielen mit neuen Stilrichtungen geht munter weiter - "Caleb" klingt mit seinem Opener erstmal nach Linkin Park und wahrlich - auf der neuen CD der Nu Rocker würde der Song auch gut passen. Nur der Gitarrenriff ist noch so klassische auf Metal getrimmt, dass man dann doch merkt, dass man hier eine Metalband hört. "The Vice" ist dann mal wieder ein Song, der noch eher an die Anfänge von Sonata Arctica erinnert, da trifft ein treibender Gitarrenriff auf hymenhaften Gesang und einem kleinen Schuß finnische Metalpolka.
Hinter dem seltsam klingenden "My Dream's but a Drop of Fuel for a Nightmare" verbirgt sich dann ein Song, der doch so epochal eingespielt ist, dass man sich sofort ins Mittelalter versetzt fühlt. Er ist schwer zu beschreiben, wer ihn hört, weiß sicherlich, was ich meine.
"The Harvest" kommt dann mal wieder etwas direkter und härter daher, ja man hört sogar endlich - möchte man fast sagen - einen Double-Base-Lauf. Doch auch dieser Song ist weit entfernt vom klassischen Power Metal und klingt irgendwie schräg, doch auch erneut wieder äußert ansprechend.
Beim Bonus Track "To create a warlike Feel" geht auch wieder etwas härter und stampfender zu, aber der Refrain ist dafür um zu beruhigender und einfühlsamer.
Mit weniger als 3 Minuten Spielzeit lässt sich "The Worlds forgotten, the Words forbidden" auf keine Experimente ein und wirkt in dieser Form sogar etwas deplatziert auf der CD.
"Fly with the black Swan" ist dann wieder ein sehr gelungener epochaler Rocksong, während der Rauswerfer "Good enough is good enough" keinen Zweifel mehr offen lässt, was Sonata Arctica mit dieser CD abgelegt haben:

Fazit: Nämlich eine lupenreine Rock Oper, ohne Wenn und Aber. Wenn ich also schreibe, das klingt alles sehr klassisch, ist damit nicht etwa gemeint, dass Sonata Arctica weiterhin ihren typischen Power Metal spielen, sondern ihren Stil hier über Bord geworfen haben. Naja, nicht ganz, aber Stilbruch trifft das ganze schon. Trotzdem - wenn man sich die Zeit nimmt für diesen Silberling, wird man über kurz oder lang merken, dass man hier ein Meisterwerk des symphonischen Progressiven Metals hört.

Tipp:
 Fans von Stratovarius sollten hier die Finger weglassen! Auch die Fans der klassischen Sonata Arctica - Werke sollten vorher mal rein hören, bevor sie blind zu greifen. Doch Liebhaber von epochalen, vielschichtigen und wahrlich symphonischen Rockopern müssen hier zuschlagen!

Titel-Liste:
 
  1. In black and white
  2. Paid in full
  3. For the Sake of Revenge
  4. It won't fade
  5. Under your tree
  6. Caleb
  7. The Vice
  8. My Dream's but a Drop of Fuel of Nightmare
  9. The Harvest
  10. To create a warlike Feel
  11. The Worlds forgotten, the Words forbidden
  12. Fly with the black Swan
  13. Good enough is good enough

Laufzeit:
 60:03 Min.

Band-Infos:
 
  • Sonata Arctica


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