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Review: Spicy Bits of Scandal
 
TIK MĖNULIO ŠVIESA

Album:
 TIK MĖNULIO ŠVIESA, 2007, Eigenvertrieb

Stil:
 Hard Rock / Heavy Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 03.04.2007

Review:
 Sicherlich trug der Niedergang der Sowjet-Union dazu bei, dass die nun unabhängig gewordenen Staaten mehr Freiheiten für sich verbuchen konnten. Auch wenn die damit verbundene Verantwortung zur Selbstverwaltung für einige Staaten nicht gerade eine leichte Aufgabe darstellte, so waren es in erster Linie die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland, die sich "Freiheit" auf die Fahnen schrieben.
Dass für die Freiheit der Musik keine Staatensysteme zu Bruch gehen müssen, beweisen Bands wie die Litauer Spicy Bits of Scandal. Schon seit 1979 aktiv in Sachen Rock und Heavy Metal ließ sich damals bei den Herren sicherlich niemand träumen, was knapp 12 Jahre später an Änderungen ins Haus stehen würde.

Auch auf ihrem neuen Album TIK MĖNULIO ŠVIESA spielt Zeit eine gewisse Rolle, sind doch die ersten neun Songs bereits aus dem Jahre 1996 und die restlichen drei Songs von 2006 quasi aktuell.

Zehn Jahre sind natürlich eine lange Zeit und so hat sich nicht nur am Line-Up einiges geändert. Lediglich Sänger Vitalis Kairiūkštis und sein Kollege Kraujalis, der auch fast ausschließlich für's Songwriting verantwortlich ist, sind noch übrig geblieben. Insgesamt waren immerhin schon 35 Musiker bei SBS beschäftigt. Trotz der langen Zeit ist dies durchaus eine stattliche Anzahl.

Welche Unterschiede musikalischer Art kann man erwarten? In jedem Fall ist die Ausgestaltung deutlich voller und ausgereifter geworden. Synthie-Effekte gehören dabei ebenso zum guten Ton, wie deutlich fettere Gitarren-Riffs und eine druckvollere Rhythmusfraktion.

Einige der Songs bekam man schon als Live-Version auf dem Vorgänger GIMĘS LAIMĖTI zu hören und auf der DVD, einem Live-Mitschnitt des Roko Naktys Festivals von 2006 sogar zu sehen.

Der Auftakt erfolgt bei "Kerštas" durchaus unerwartet, zumindest habe ich keine Männerchöre mit symphonischen Keyboard-Klängen erwartet, die als Overtüre eines schnellen Heavy Metal-Songs eingesetzt werden. Trotz druckvoll agierender Rhythmusabteilung werden die Gitarren leider zu sehr im Hintergrund versteckt und dürfen nur bei den Soli vorne mitspielen. Dann tun sie dies allerdings mit vollem Einsatz und voller Leidenschaft.
Geradlinig wie in den guten alten Scorpions-Zeiten und mit Druck nach vorne stürmt "Aš naktyje", das schon auf der DVD eine gute Figur abgab. Für mich ist es eines der Highlights, welches sofort zündet und auch länger im Ohr hängen bleibt. Trotz Ecken, Kanten und wildem Solo ein Lied ohne übertriebene Härte, dass ich mir gut in den Charts vorstellen kann. Bemerkenswert auch Kairiūkštis Schrei am Ende.
Mit über fünf Minuten Spielzeit setzt "Tik mėnulio šviesa" als Halbballade vor allem auf dezente Keyboard-Teppiche und Gitarren-Akzente statt sägende Gitarren-Riffs. Die gefühlvolle und phrasenreiche Gesangsleistung von Vitalis tut einmal mehr ihr übriges, den Ohr-Schmeichelfaktor zu erhöhen.
"Tuščia Manoje Sieloje" zeigt eine weitere musikalische Seite der Litauer. Mit eigenwilliger Melodieführung, einigen progressiven Elementen und Balalaika-Klängen vermag das Stück durchaus zu überraschen und auch zu überzeugen.
Die erste richtige Ballade "Mirties Sukūry", nach klassischem Muster komponiert, verzichtet auf übertriebenes Pathos. Sie punktet mit einer ausgewogenen, teils mit Akustik-Gitarren versehenen Instrumentalisierung, eingänigem Gesang und Chor.
Deutlich moderner als das vorherige "Aš naktyje", besitzt "Kelio atgal nėra" jedoch die gleichen Tugenden - Geradlinigkeit, Eingängigkeit und jede Menge Spielfreude. Genauso muss es klingen, will man sein Publikum begeistern und mitreißen.
Es muss jedoch nicht immer Druck und Tempo sein. Bei "Pasaulis visas Kelyje" schaffen es die Litauer, quasi mit groovendem Slowmotion-Heavy Metal zu begeistern. Lediglich beim Gitarren-Solo werden gewohnt schnellere Tonfolgen heruntergebrochen.
Auch der Donner zu Beginn kann nicht über manche Pop-Anleihen bei "Lietus Išplaunantis Akis" hinweg täuschen. Aber keine Angst, vom Mainstream-Pop ist man bei diesem Mid-Tempo-Walzer noch meilenweit entfernt.
Das kurze Akustik-Intermezzo "Ilgesys" läutet schließlich die Neuzeit ein.
Leicht spacig klingende Keyboard-Klänge, die auch gut zu Captain Futures Weltraum-Abenteuer passen könnten, ebnen den Weg für den recht flotten Hard Rocker "Lacrima / Nieks Nepakeis". Ja, es hat sich einiges getan. Hat man schon früher gerne mit jeder Menge interessanten Füll- und Beiwerk gearbeitet, so wurde nun auch an der Konzeption und Qualität gearbeitet. Hier gibt man sich nicht mit ein paar Allerwelts-Riffs und netten Gitarren-Licks zufrieden. Umso erstaunlicher ist es, welch komplexe Geschichte sich in nur sechseinhalb Minuten erzählen lässt.
"Trys Uhnys" ist eines der härtesten Stücke auf dem Album und vermittelt schon einmal einen druckvollen Power Metal Vorgeschmack auf den Schluss-Track. Das diesmal die Gitarren mit den Keyboards Platz getauscht haben und deutlich druckvoller agieren, ist dabei kein Schaden.
Das Beste Stückchen habe sich die Litauer für den Schluss aufgespart. "Pranašo Sapnas" geht nach kurzen Keyboard-Spielereien in die Vollen und mäht mit Power-Drumming schon mal die ersten Zuschauer-Reihen nieder. Dieser Song in Englischer Sprache hätte sicherlich auch im übrigen Europa gute Chancen.

Fazit: Mit TIK MĖNULIO ŠVIESA haben die Litauer endgültig bewiesen, dass sie auch im Studio eine gute Figur abgeben. Ihre bunte Mischung aus klassischem Hard Rock symphonische Einlagen, harten Heavy Metal Riffs und einigen progressiven Ausflügen unterstreicht einmal mehr den eigenständigen manchmal vielleicht auch eigenwilligen Charakter. Leider haben aber auch die innovativen und technisch ausgereiften Bands kaum eine Chance ohne tatkräftige Unterstützung eines starken Label-Partners. Aber was nicht ist kann ja noch werden.
Jetzt fehlen nur noch Profi-Knöpfchendreher wie Paeth oder Bauerfeind, die aus jedem Instrument auch das letzte Quäntchen herauspressen und stellenweise die Abmischung noch optimieren. Musikalisch ist die Truppe schon Top!

Tipp:
 Litauisch ist sicherlich nicht die gebräuchlichste Sprache, jedoch auch nicht exotischer als vielleicht finnisch. Wer sich also daran nicht stört und gerne eigenständigen Heavy Metal mit einer besonderen Note genießt, der sollte hier genauer hinhören - es lohnt sich.

Titel-Liste:
 
  1. Kerštas
  2. Aš naktyje
  3. Tik mėnulio šviesa
  4. Tuščia Manoje Sieloje
  5. Mirties Sukūry
  6. Kelio atgal nėra
  7. Pasaulis visas Kelyje
  8. Lietus Išplaunantis Akis
  9. Ilgesys
  10. Lacrima / Nieks Nepakeis
  11. Trys Uhnys
  12. Pranašo Sapnas

Laufzeit:
 57:04 Min.

Weitere Reviews:
 
  • Spicy Bits of Scandal - GIMĘS LAIMĖTI

  • Band-Infos:
     
  • www.sbs.666.lt 


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