 |
News |
 |
 |
Redaktion |
 |
 |
Kontakt |
 |
 |
Glossar |
 |
 |
Über uns |
 |
 |
Links |
 |
|
 |
Review: Static-X |
 |
| |
Album:
| | CANNIBAL, 2007, Reprise Records |
Stil:
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | M.K., 28.04.2007 |
Review:
| | Static-X, die sogenannten "Evil Disco"-Musiker um Frontmann und Sturmfrisur Wayne Static, melden sich zwei Jahre nach dem eher mäßigen START A WAR mit CANNIBAL zurück. Ob die sechste Langrille der Amerikaner wieder mehr überzeugen kann?
Man startet selbsbewusst mit dem Titeltrack "Cannibal". Das erste, was der geneigte Hörer zu Ohren bekommt, sind die gewohnt schnell geschrieenen Lyrics von Wayne Static, gefolgt von einem kurzen, elektronischen Part. Danach folgt ein simpler, einprägsamer Riff. Erinnert mich an den Riff von Farin Urlaub's "Mehr", nur mit tiefer gestimmten Gitarren. "Cannibal" hält sich größtenteils im Mid-Tempo auf und entfaltet sich besonders gut bei hoher Lautstärke. Ein typischer Static-X-Song mit auf den Punkt gespielten Riffs. Zusätzlich gibt es zwei kurze Gitarrensoli, das erste wurde von Ex-Marilyn Manson-Sechssaiter John 5 eingespielt. Kurz vor Schluss wird das Tempo nochmals ordentlich angezogen. Ordentlicher, solider Opener.
Deutlich schneller geht da schon "No Submission" an den Start. Hier wird zum Headbangen eingeladen, Static-X mischen den Riff geschickt mit einem, an Pain erinnernden, Programming. Das Schlagzeugspiel von Nick Oshiro überzeugt durch spontan klingendes Drumming. Auch in diesem Song wird ein ordentliches Gitarrensolo eingebaut, während im Hintergrund Wayne's Rhythmusgitarre den Moshpit live ordentlich anheizen sollte. Mit unter drei Minuten ein kurzer Song, der jedoch trotzdem zu gefallen weiß.
Rein elektronisch beginnt "Behemoth", nach einiger Zeit von simplen Drumming unterstützt. Mit einem schnell gespielten Nu Metal-Riff nimmt der Song an Fahrt auf, und die Stimme von Wayne ist deutlich tiefer als in den beiden Songs zuvor. Erinnert an Rob Zombie. Hier wird durch Tempowechsel von Oshiro geschickt die Geschwindigkeit erhöht und wieder gesenkt. Im durch Programming dominierten Mittelteil wird es kurzzeitig etwas abgedreht, jedoch melodiös. Nach genau drei Minuten ist dann jedoch Schluß mit lustig. Solider Song.
Ein schnell gezockter Riff startet "Chemical Logic". Erinnert vom Songwriting zu Beginn stark an die Genrekollegen von Ministry. Hauptsache schnell und hypnotisierendes Drumming. Durch den abgehackten Gesang von Wayne wird jedoch klar ersichtlich, dass es sich um einen Static-X-Song handelt. "Chemical Logic" ist bisher der schnellste Song auf CANNIBAL und sollte live für ordentlich Staubaufwirblung sorgen. Im Solo-Part wird das Tempo jedoch runtergefahren, durch den folgenden Programming-Part verliert der Song zusätzlich Geschwindigkeit. Dann wird jedoch ein Teil der ersten Strophe wiederholt, und die ursprüngliche Struktur setzt sich wieder durch. Mit 3:51 Minuten ist "Chemical Logic" der längste Song auf CANNIBAL und gefällt mir sehr gut.
Die Single-Auskopplung namens "Destroyer" hätte vom Songwriting her perfekt auf das SHADOW ZONE-Album gepasst. Sogar der Gitarrensound erinnert stark an das 2003er-Album. Der Refrain verzichtet komplett auf harte Riffs, wird also durch Programming getragen. Doch auch in "Destroyer" verirrt sich ein Gitarrensolo, welches sich als das bisher längste und abwechslungsreichste herausstellt. Ein klassischer Static-X-Hit.
"Forty Ways" beginnt mit einem Nu Metal-Riff sowie Programming und relativ schnellen Drumming inkl. Double Bass. Diese Kombination wird in den Strophen beibehalten, während im kurzen Refrain der Riff sich voll entfalten darf und sich als Nackenbrecher herausstellt, der ohne Umschweife auch von Clawfinger hätte stammen können. Während des Fukuda-Gitarrensolo wird durch Oshiro's Spiel das Tempo beibehalten. Fein fein, wenn auch unspektakulär im Gesamteindruck.
Mit "Chroma-matic" wird die zweite Hälfte von CANNIBAL begonnen. Wayne Static schreit sich einmal mehr die Stimmbänder wund, um die Strophen durch abgehackte Vocals zu bereichern. Der siebte Song des Albums bleibt im Mid-Tempo und ohne groß zu nennende Highlights. In meinen Augen ein Füller, der jedoch durch das komplexe (für Static-X-Verhältnisse) Gitarrensolo einen kleinen Lichtblick enthält.
Mit purem Programming beginnt "Cuts you up". Der folgende Riff erinnert etwas an Soulfly, während in den Strophen munter Riff mit elektrischen Spielereien kombiniert wird. Der Refrain kommt hingegen schön melodisch rüber. Ein sauber gespieltes Gitarrensolo von Koichi Fukuda kämpft sich gegen die brodelnde Groove-Suppe an, verliert jedoch knapp. Bisher, neben "Destroyer", der wohl massenkompatibelste Song.
"Reptile" fällt durch ungewohntes Songwriting auf, so orientiert man sich hier an leicht abgedrehten Bands wie System of a Down. Jedoch wissen Static-X mit ihrem Riff ordentlich zu nerven. Auch das Gitarrensolo ist, wie alle Soli, mit Verzerrer gespielt, nervt jedoch eindeutig. Unkonventioneller Song im Mid-Tempo, der jedoch anstrengend ist. Der Refrain ist hingegen einfach nur langweilig.
Elektronisch startet "Electric Pulse", der Beginn erinnert stark an Nine Inch Nails. Kurz danach kommt ein Riff zu Ohr, der durchaus aus der (zugegeben simpel gestrickten) Feder von Max Cavalera hätte stammen können. Die ganze Struktur des Songs erinnert generell an Soulfly-Groove-Monster. Sehr schön hier das Duell zwischen Gitarrensolo und Riff. Ein guter Song, der mir bisher mit am meisten Spaß bereitet hat. Zum Ende hin wird man noch etwas schneller, was auf die Arbeit von Drummer Nick Oshiro zu schließen ist. Der Mann weiss sein Drumset zu bedienen.
"Goat" startet ebenfalls mit Programming, bis das Schlagzeug von Oshiro hinzu kommt. Bisher noch alles relativ langsam und ruhig, doch nur kurze Zeit später bahnt sich ein Riff den Weg durchs Soundgemisch. Auch hier kann man schön im Takt mitnicken, der Song erinnert wieder etwas an den Hobby-Regisseur Rob Zombie. Der Mittelteil des Songs wird durch exzessives Programming gestaltet, gemischt mit dem altbekannten Riff. "Goat" ist ein simpel gestrickter Song, der vom Tempo her der langsamste auf CANNIBAL sein dürfte.
Sind Static-X das "Team Hate"? Gute Frage, die durch die Lyrics nicht beantwortet werden. Der letzte Song auf CANNIBAL erinnert, wie auch "Destroyer", stark an das SHADOW ZONE-Album. In der Mitte des Songs kann sich sogar ein gefühlvoll gespieltes Gitarrensolo einbringen, es wird für die Frickelei einiges an Platz eingeräumt. "Team Hate" ist ingesamt ein, wie auch schon "Goat", relativ unspektakulärer Songs, sollte jedoch aufgrund der Gangshouts live gut funktionieren.
Fazit: Mit CANNIBAL können Static-X wieder etwas mehr überzeugen. So war "START A WAR" in meinen Augen deutlich schwächer. Die wohl interessanteste Neuerung im Songwriting der vier Amis sind die, in jedem Song vorkommenden, Gitarrensoli. Koichi Fukuda präsentiert das ein oder andere schön gespielte Solo, und auch der Gastauftritt von John 5 in "Cannibal" gefällt. Ingesamt befinden sich Static-X jedoch mit ihrem sechsten Album in einer Zwickmühle:
Das altbekannte Muster. Man kombiniert den, meist abgehackt brüllenden, Gesang von Frontmann Wayne Static mit auf den Punkt gespielten Riffs. Klingt des öfteren durchaus austauschbar, teilweise langweilt es. Dieses Muster zieht die Band seit WISCONSIN DEATH TRIP mehr oder weniger durch.
Auf CANNIBAL fehlt außerdem ein Überhit. Natürlich haben "Destroyer" und der Titelsong Potential, aber an Songs wie "Push it" oder "The Only" kommt kein Song auf CANNIBAL heran.
Es bleibt also festzuhalten, dass CANNIBAL durchaus ein gelungenes Album ist. Man erwartet zwar etwas mehr, bekommt jedoch solide Kost geboten. Ihr Überalbum namens SHADOW ZONE werden Static-X meiner Meinung nach jedoch nicht mehr überbieten können. Im Zweifel für den Angeklagten: Knappe fünf Punkte. |
Tipp:
| | "Cannibal", "Destroyer" und "Cuts you up" sind zu empfehlen. |
Titel-Liste:
| | - Cannibal
- No Submission
- Behemoth
- Chemical Logic
- Destroyer
- Forty Ways
- Chroma-matic
- Cuts you up
- Reptile
- Electric Pulse
- Goat
- Team Hate
|
Laufzeit:
|
|
 |
|
 |
|
 |
Bandinfos |
 |
 |
Neue Reviews |
 |
|