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Review: Thorn Eleven |
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Album:
Stil:
| | Nu Metal, Alternative Rock |
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | M.K., 09.02.2007 |
Review:
| | Thorn.Eleven stammen aus Heidelberg und können schon auf einige Erfolge in ihrer Karriere zurückblicken. Die Teilnahme am legendären Bizarre Festival im Sommer 1999 oder auch das SPV-Albumdebüt THORN.ELEVEN von 2001 gehören sicherlich dazu. Und um eben jenes Debüt geht es hier:
Das Album startet mit dem Song "Sick", welcher in mittleren Tempo gehalten ist und mit einem schweren Riff beginnt. Die Strophen sind ruhig und melodiös, erinnern (auch vom Gesangsstil her) an Tool. Hört sich verdammt gut an, Sänger und Gitarrist David Becker verfügt über ein Organ mit hohem Wiedererkennungswert. Mit fast 5 Minuten ein recht langer, jedoch zugleich auch unterhaltsamer Opener, der stilistisch zwischen Tool und Sinch einzuordnen ist. Zum Ende hin wird's schneller und aggressiver, sehr geil.
"Push me" beginnt schneller als der Opener, der Riff hätte von Disturbed stammen können. Wie auch schon im Song zuvor groovt eine unscheinbare Bass-Line im Hintergrund, während Thorn.Eleven gutes Songwriting zelebrieren. Der Refrain bzw. die Gesangslinie bleibt im Kopf hängen, auch wenn sich der Gesang hier was nasal anhört. Immerhin einzigartig. Zum Ende des Songs wird's auch gesanglich etwas aggressiver, man kann hier Parallelen zu Mudvayne ziehen. Ebenfalls ein guter Song.
Weiter geht es mit dem fast sechs Minuten langen "Fine alone", welches mit einer Red Hot Chili Peppers-mäßigen Gitarrenmelodie beginnt, um danach mit einem mainstreamartigen Riff in schöner Regelmäßigkeit zu wechseln. "Fine alone" ist sicherlich als eine Art Ballade zu sehen, Becker spielt seine Stärken im klaren Gesang hier voll aus. Nach drei Minuten setzen Thorn.Eleven einen sinnvollen Break, der mit leicht tribalartigen Drums für Abwechslung sorgt. Im Endeffekt vielleicht etwas zu lang geraten, der Song beinhaltet meiner Meinung nach einige Längen.
Sofort schließt sich der groovige Riff von "Permanent State of Mind" an. Ein Riff, der heutzutage durchaus bei einigen Screamo-/Emo-Bands Verwendung findet. Thorn.Eleven waren halt ihrer Zeit etwas voraus und präsentieren hier einen abwechslungsreichen Song, der langsame, ruhige Parts mit dem oben erwähnten Groovemonster von Refrain verbindet. Mein favorisiertes Stück auf THORN.ELEVEN.
Bei "Negative Karma" wird das Tempo mal ordentlich angezogen, schon fast punkige Auswüchse kommen hier im Kopfhörer zu Vorschein. Ein aggressiver Song mit vergleichsweise ruhigen Strophen, in denen mit Wah Wah-Effekten gespielt wird. Sofort danach kommt aber der heftige Refrain um die Ecke, die Stimme von David erinnert an die aggressiven Gesangsparts von Nathan Gray (boysetsfire). Mitten im Song nehmen Thorn.Eleven überraschenderweise das Tempo raus, um einen abgehackten Riff mit verzweifelten Lyrics zu servieren. Richtig großer Song.
Nun ist die Zeit für "Hate this Love" gekommen, welches mit Drums & Bass beginnt, um von einer simplen, dennoch für's Gehör attraktiven Gitarrenmelodie unterstüzt zu werden. Der Gesang kommt hier mit dem bekannten Radio-Effekt aus den Boxen, was konsequenterweise nur im deftigeren Refrain und der Bridge geändert wird. Man glaubt David sofort, wenn er mit seiner an Michael Stipe (R.E.M.) erinnernden Stimme "I hate this love" singt. Insgesamt also eine klare Hörempfehlung.
Mit 6:43 Minuten ist "Come creeping" der zweitlängste Song auf THORN.ELEVEN, und die erste Minute läuft direkt mal instrumental ab, bis die Band das Tempo rausnimmt und der Gesang startet. Dieser ist in den Strophen klar, während es auch aggressive Schreiparts im Refrain gibt. Von mir aus hätte der Song nach der Bridge und ca. viereinhalb Minuten zu Ende sein können, doch Thorn.Eleven wären nicht Thorn.Eleven, wenn nich noch ein komplett überraschender Riff völlig aus dem Zusammenhang zum Song addiert wird und eine aggressive Schlußminute geboten wird, die etwas an Slipknot erinnern kann. Vor allem vom Riff her. Noch mal die Kurve aus der Langeweile bekommen.
"Simple Things" beginnt mit einem simplen Riff, der so auch von Puddle of Mudd, Seeder und Konsorten stammen könnte. Gesanglich gibt es mal wieder nix zu meckern, Variation und gute Gesangslinien werden geboten. Ein netter Radiosong, das passende Songwriting und die gute Länge dafür mit knapp 4 Minuten gegeben. Das dazugehörige Video bekam auch ordentlich Airplay. Völlig zurecht, denn "Simple Things" ist kompakter, in sich schlüssiger Rocksong, der im Kopf hängen bleibt. Außerdem erwähnenswert: Das etwas zu kurze Gitarrensolo.
Mit "Sway" geht es weiter, und trotz typischer Metal-Gitarren ist der Song als Ballade einzuordnen. Thorn.Eleven arbeiten hier mit zwei Stimmen und begeben sich hiermit sicherlich nicht auf dünnes Eis. Eher auf solides Festament, denn "Sway" ist keinesfalls eine dieser kitschigen Metal-Balladen, sondern strotzt vor Einfallsreichtum, kombiniert mit einem delikanten Gitarrensolo. Auch die verzweifelten Lyrics ("I never wanted this to end…this way") können vollend überzeugen. Mitsingen ist ebenfalls möglich, also Daumen hoch!
Das Album neigt sich so langsam dem Ende zu, und "For anything" markiert den vorletzten Song. Mir persönlich gefallen die latein- bzw. südamerikanischen Percussions sehr gut, erinnert mit dem Gesang von David an die geniale Akustik-CD von Godsmack. "For anything" ist jedoch keinesfalls ein akustischer Song, sondern eine weitere Ballade, die leider nicht die hohe Messlatte von "Sway" übertreffen kann. Warum? Könnte an dem etwas überladen wirkendem Songwriting liegen, oder auch an den schwächelden Lyrics.
Mit "Two" wird der letzte und zugleich mit gut 9 Minuten längste Song eingespielt. Ist durchaus als Alternative Rock-Ballade zu sehen, mit mehrminütigen Instrumental in der Mitte. Ob es logisch ist, 3 ruhige Songs hintereinander auf die CD zu pressen, ist sicherlich eine gute Frage. Nach dem eher schwachen "For anything" kann "Two" jedoch wieder vollend überzeugen, alleine schon durch die schier unbegrenzten Kleinigkeiten, die es in mehreren Hördurchläufen zu entdecken gibt.
Fazit: Thorn.Eleven präsentierten 2001 ein äußerst ordentliches Debüt für SPV. Stilistisch gibt es viele verschiedene Elemente, die sich, immer in intelligentes Songwriting verpackt, ergänzen. Ruhige Tribal-Elemente, schnelle Headbanger, leichte Punk-Einschläge, Tool und die komplette Alternative-Ecke…Der musikalischen Dreier aus Heidelberg erinnert etwas an jede der vorher genannten Stile, jedoch durchgehend mit einer eigenen Note. Und die ist mit David Becker's Organ vorhanden. Der Gesang lässt sich nicht verwechseln und passt sehr gut zur Musik von Thorn.Eleven. Ich bin begeistert.
Man sollte jedoch Zeit mitbringen, denn die Songs von Thorn.Eleven sind durchschnittlich 5 Minuten lang und gebrauchen die Aufmerksamkeit des Hörers, um sich voll entfalten zu können. |
Tipp:
| | Fans von Sinch, Tool und ähnlich experimentellen Bands sollten durchaus mal zu THORN.ELEVEN greifen. Als Hörproben eignen sich "Sway", "Permanent State of Mind" oder "Negative Karma". |
Titel-Liste:
| | - Sick
- Push me
- Fine alone
- Permanent State of Mind
- Negative Karma
- Hate this Love
- Come creeping
- Simple Things
- Sway
- For anything
- Two
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Laufzeit:
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Bandinfos |
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