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Review: Thunderbolt
 
LOVE & DESTRUCTION

Album:
 

LOVE & DESTRUCTION, 2006, Massacre


Stil:
 Heavy Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 30.07.2006

Review:
 Der erste Eindruck, der Album-Titel und das Cover-Art-Work, den einen entlockt es sicherlich ein: "Geil umgesetzt!" und den anderen ein: "Oh je, ultraplatt!".

So könnte man im übertragenen Sinne auch die Musik des Albums klassifizieren. Was für die einen eine schlechte Iron Maiden/Bruce Dickinson-Kopie darstellen mag, ist für die anderen ein schnörkelloses traditionelles Heavy Metal Album, das einfach Laune macht. Dabei hat man bewusst auf exzessive Keyboards und Bombast-Chöre verzichtet und stattdessen Wert auf gefällige Melodien und jede Menge knackige Riffs gelegt, die man am liebsten gleich nachspielen möchte.

Zu gute halten kann man den Norwegern um die beiden Johannessen-Brüder, dass seit ihrem Debüt für sie die Zeit nicht stehen geblieben ist, sondern eine spürbare Weiterentwicklung in Richtung Qualität stattgefunden hat. Ich frage mich allerdings, ob in den vergangenen drei Jahren, gerade beim etwas platt geratenen Songwriting, nicht noch mehr drin gewesen wäre.

Es beginnt mit "Heavy Metal Thunder" einem richtigen Pauckenschlag, und nein, es ist keine Cover-Version der britischen Saxon.
Das nachfolgende "Bad Boys" fasziniert vor allem durch die Versuche des Sängers, dem Vorbild Bruce so nahe wie möglich zu kommen. Die gelingt ihm auch ziemlich gut, wobei er manchmal sogar fast etwas zu viel Pathos an den Tag legt.
Bei dem Titel-Track "Love & Destruction" ebenso wie beim späteren "We will survive" handelt es sich um absolut zeitlose Heavy Metal Kracher, die man immer wieder gerne hören kann.
"Hi-Fidelity Heartbreak" ist ein handwerklich hervorragend gelungener Mid-Tempo-Song, bei dem man allerdings versäumt hat irgendwo die Lunte mit reinzupacken. Jetzt höre ich ihn schon ein halbes Dutzend mal und er zündet immer noch nicht so recht.
Bei "Metallic Depression" verhält es sich ähnlich wie beim Vorgänger. Obwohl man in Versuchung gerät, hier ein älteres Bruce Dickinson Soloprojekt zu vermuten, fehlt das gewisse etwas.
Mit dem recht flotten "Call out the Lions" ist endlich einmal Abtanzen und Headbangen angesagt. Der treibende Rhythmus fährt in die Glieder und versetzt jede ruhende Extremität sofort in Bewegung.
Das Album endet mit dem Song "Sin, Sex & Spandex" eine Spur zu schwermütig. Ich hätte mir hier eine kleine Variante in der Trackliste vorgestellt, die den Heavy Metal Fan sofort verleitet, die CD nochmal abzuspielen. Genügend andere Titel wären doch vorhanden gewesen...

Fazit: Das Album hinterlässt sicherlich zwiespältige Gefühle. Was nach dem ersten oberflächlichen Durchhören noch recht passabel klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung stellenweise zu einfach gestrickt. Der Sänger scheint in seinen Bemühungen, Höhenflüge zu versuchen und seinem Idol möglichst nahe zu kommen, doch limitiert. Die Songs klingen recht gefällig, aber es bleibt leider nur wenig hängen. Auch die Texte ruhen sich zu sehr aus, auf den gernetypischen Plattheiten.
Außerdem hätte ich mir nach drei Jahren Wartezeit, 1-2 Songs mehr gewünscht und vor allem eine etwas druckvollere Produktion. Ich habe manchmal den Eindruck, manche Tönen wollen meine Lautsprechermembran gar nicht recht verlassen...
Nichtsdestotrotz kann man ohne weiteres über die Kritik hinweg sehen und einfach Spaß an der Musik haben. Es gibt eben immer zwei Seiten einer Medaille. Ich wähle für mich die spaßigere und bin mir sicher, dass dieses Scheibchen noch etliche Runden in meinem CD-Player drehen wird.

Tipp:
 Wer Heavy Metal mag und nichts gegen eine norwegische Bruce Dickinson-Kopie einzuwenden hat, der sollte in jedem Fall mal rein hören, denn das Gebotene ist auf jeden Fall nicht schlecht!

Titel-Liste:
 
  1. Heavy Metal Thunder
  2. Bad Boys
  3. Love & Destruction
  4. Hi-Fidelity Heartbreak
  5. Metallic Depression
  6. It's a hard Life
  7. Call out the Lions
  8. We will survive
  9. Sin, Sex & Spandex

Laufzeit:
 42:11 Min.

Band-Infos:
 
  • www.thunderbolt.no 


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