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Review: Tribal
 
CARDBOARD HEROES

Album:
 CARDBOARD HEROES, 2005, Eigenvertrieb

Stil:
 Rock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 N.B., 26.02.2007

Review:
 Was verbindest du mit dem Wort Tribal? Mir selbst kommt am ehesten der Bezug zum Metal in den Sinn. Deshalb war ich umso erstaunter, als mir beim ersten Probehören der Scheibe keine Metalwand sondern Rockgitarren entgegen dröhnten. Doch halt, wer sind Tribal denn eigentlich?
Gegründet wurde die Schweizer Rockformation im August 2003. Ein knappes Jahr später, im Mai 2004, entstand ihr Demo FEED THE PUBLIC, welches bereits zwei der total 13 Songs von CARDBOARD HEROES enthielt. Nach etlichen Konzerten in der ganzen Schweiz spielten Tribal im Sommer 2005 dann CARDBOARD HEROES ein...

Wach gerüttelt wird man zu Beginn des Scheibchens durch ein Gitarrenriff, auf welches kurz darauf Synthie-Einsätze folgen, bevor der Gesang der ersten Strophe einsetzt. Die etwas härter gespielte Bridge leitet die Strophe dann gekonnt in den Refrain über. Bei "TV Nation" handelt es sich um einen easy Rock-Song, der gut auf den Punkt gespielt ist, jedoch nicht weiter fesselt.
"Final Illusion" kann da schon etwas mehr Emotionen wecken, verfügt er doch über fließend-sphärische Strophen, etwas Blues-beeinflusste Bassparts sowie eine wunderschöne Refrainmelodie, die schon nach dem zweiten Hördurchgang haften bleibt.
"Free" könnte mit seinem geraden Takt und den drei Begleit-Akkorden glattwegs von Bruce Springsteen stammen. Und weiter geht es im Text, sei es mit herrlich-schiefen Gitarrentönen oder einem Anfangsriff, welches entfernt an Scorpions' "Rock you like a Hurricane" erinnert.
"Daddy" zeigt Tribal dann erstmals von einer völlig anderen Seite. Sanft führt die Truppe den Hörer mit Akustikklängen in den Song ein, der von traurigem Klagegesang geleitet wird. Hier wird mit einfachen Mitteln eine wunderschöne, melancholische Stimmung erzeugt. Im Titeltrack des Demos FEED THE PUBLIC wird zur Abwechslung einmal der Verzerrer ausgepackt. Mit hartem, sehr rhythmischem Gitarrenriffing drückt der Song von Anfang an nach vorne und der ebenfalls verzerrte Gesang unterstützt die Härte der Gitarren noch zusätzlich. Durchaus interessant ist hier auch die Grundidee, verzerrten Gesang während der Strophen mit Cleanem im Refrain zu mixen.
"Different but the same" wartet anschließend mit extrem rhythmusbetonter Stakkato-Begleitung auf. In den Strophen stehen hier hauptsächlich Drums und Bass im Vordergrund, während im Refrain wieder die Gitarre den Leadpart übernimmt - ein Stück mit gezieltem Verlauf und schönem Spannungsbogen bis zum Schluss hin. Track Numero 11 kann die Faszination von "Different but the same" leider nicht fortführen. Zwar sorgt ein interessanter Synthie-Anfang mit coolem Rhythmus für eine kleine Überraschung, doch vermag der Song ansonsten nicht zu überzeugen. Zu sehr plätschert er nur durch die Gehörgänge, ohne markante Eckpunkte zu setzen, sodass er gegen Ende hin sogar etwas langweilig wird.
Das letzte Stück des Albums, "Too many times" bringt dann nochmals frischen Wind, wenigstens sprachlich gesehen, denn der Großteil des Textes ist in Deutsch gehalten. Streckenweise erinnert der Track von der Gitarrenbegleitung und dem Rhythmus her gesehen etwas an die Ärzte, wobei Tribal aber niemals die Fröhlichkeit und Gelassenheit der deutschen Kollegen erreichen.

Fazit: Tribal demonstrieren uns hier Rock mit Blues-Einflüssen und vereinzelten Hard Rock Elementen. Das meiste ist stadiontauglich, nur seltener werden mal härtere Klänge angeschlagen. Die Band verfügt über eine gute Rhythmusfraktion, welche von Zeit zu Zeit für Abwechslung und Leben sorgt. Gewisse Songstrukturen und -Ideen sind durchaus kreativ und können mich als Hörer fesseln, doch leider fehlt es bei einigen Songs auch an Innovation und vor allem an Melodien, die im Ohr hängen bleiben. Der Gesang ist während der Strophen meist sehr gefühlvoll und gut gelungen, doch in den Refrainteilen würde ich mir noch etwas mehr Volumen und Power wünschen.
Kurzum: Die Schweizer zeigen hier gute Ansätze, die aber in der Ausführung noch verbessert werden können. CARDBOARD HEROES eignet sich jedoch hervorragend für Autofahrten!

Titel-Liste:
 
  1. TV Nation
  2. Final Illusion
  3. Free
  4. Pickin' up the Pieces
  5. Between us
  6. Daddy
  7. Feed the Public
  8. Got to Lose
  9. Different but the same
  10. Waitin' for another Day
  11. Deny
  12. I'm a Loser (Baby)
  13. Too many Times

Laufzeit:
 55:42 Min.

Band-Infos:
 
  • www.tribal-rock.com 


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