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Review: Velcra
 
BETWEEN FORCE AND FATE

Album:
 BETWEEN FORCE AND FATE, 2005, Drakkar

Stil:
 Industrial Metal, Crossover

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 26.12.2005

Review:
 Diese Finnen sind dafür bekannt, dass sie sich nicht der üblichen Kommerzmucke verschrieben haben. Obwohl sich die Truppe mit Jessi Frey eine Frau ans Mikro gestellt haben, tut dies der nötigen Härte keinen Abbruch.

Die charismatische Frontfrau versteht es wie schon beim Opener "War is peace" in einem Moment die volle Hardcore-Röhre auszupacken und eine geballte Ladung Wut dem unbedarfen Zuhörer entgegen zu schleudern und im anderen Moment zart ins Mikro zu säuseln.
Beim "Water is getting high" wird der Industrial Metal deutlich spürbar. Jede Menge dissonante Keyboard-Parts und ziemlich schräge Background Vocals sorgen für Stimmung. Auch Jessi zeigt sich in Hochform und kann sogar mit einer samtweichen Stimme überzeugen. Aber keine Angst, es spielt sich alles ziemlich weit entfernt von bekannten Nu Metal-Phrasen oder gar Pop Metal ab.
Mit "Our Will against their Will" gelingt es einen (etwas gewöhnungsbedürftigen) Groove an den Mann/die Frau) zu bringen. Allerdings sind keine besonderen Höhen oder Tiefen im Song zu finden. Lediglich der Gesang überrascht mit einen Schuss Rap.
"For my loneliness I pay" startet mit Sprechgesang, bevor Jessi ihren Text ins Mikro schreiend "auskotzt". Die Gitarren sind ziemlich dominant und sägen mit ihren Riffs zentimetertiefe Kerben in die Lautsprecher-Boxen - also Vorsicht! Effekt-Breaks mit Kinderstimmen und Instrumental-Bonbons sorgen für Akzente und Abwechslung.
"Memory loss" ist eine interessante rockige Walze, die von aggressivem Gesang und Gitarren bis hin zu sanftem Refrain mit Kinder-Chor und zuckersüßem Jessi-Stimmchen alles bietet.
Bei "I can't tell the Sun from the Moon" beginnt alles ziemlich harmlos, melancholisch, mit einem Touch Psychedelic - und wieder darf der Kinder-Chor mit Jessi um die Wette säuseln. Spätestens nach einer Minute werden dann die schweren Instrumentals ausgepackt und walzen Rammstein gleich über das Volk hinweg.
Auch "The Bong Song" beginnt mit klarer, leicht schräger Gesangsstimme und sanfter Keyboard-Untermalung, bevor die tiefen Industrial-Drum-Beats spürbare Abdrücke in den Brustkorb stanzen.
"Corruption" ist wieder eindeutig der Abteilung Groove zuzuordnen, wobei häufige Tempowechsel sich etwas störend beim Mitwippen auswirken. Ich kann auch nicht ganz in ähnliche Euphorie ausbrechen, wie die Hintergrund-Live-Geräuschkulisse vermitteln mag. Ok, bei "live" ist eben noch ein Tick mehr Feeling dabei.
Es hat schon eine halbe Stunde vergehen müssen, bis mit "Hotel Alcatraz" sogar ein Dancefloor-tauglicher Song ausgepackt wird. Beherrschende Elemente sind hier eindeutig dem Rap zuzuordnen.
Aber auch der letzte Track "Wonderland Sunrise" ist mit seinem dominanten Rhythmus durchaus tanzbar und zeigt zum Abschluss eine überzeugende Mischung aus groovendem Rock, Rap-Gesang und jeder Menge Effekten, wie man es eher von System of a Down erwarten würde.

Fazit: Etwas kurz geraten und auch einen richtigen Überflieger, der länger als zwei Minuten haftet, sucht man vergeblich. Da dieses Album extrem viele Stilrichtungen in sich vereint, ist es hier wohl Fluch und Segen zugleich.

Tipp:
 Alle, die auf schräge Töne, fette Riffs und einer gehörigen Portion Groove stehen, sei dieses manchmal etwas anstrengende Crossover Werk ans Herz gelegt.

Titel-Liste:
 
  1. War is peace
  2. Water is getting high
  3. Our will against their will
  4. For my loneliness I pay
  5. Memory loss
  6. I can't tell the Sun from the Moon
  7. The Bong Song
  8. Corruption
  9. Hotel Alcatraz
  10. Wonderland Sunrise

Laufzeit:
 38:34 Min.

Band-Infos:
 
  • www.velcra.com 


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