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Review: Vengeance
 
BACK IN THE RING

Album:
 

BACK IN THE RING, 2006, MTM Music


Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 29.07.2006

Review:
 Etwas Schadenfreude darf auch einmal sein. Manche Rock-Opas und Omas werden sich vielleicht noch an die guten alten 80er erinnern. Damals waren Bands wie Bonfire groß angesagt und giengen auch fleißig auf Tour. Dummerweise hatten sie sich damals u.a. als Support das sympatische Holländer-Quintett von Vengeance ausgesucht und mussten voll die Zeche zahlen. Abend für Abend das gleiche Bild, als sie von ihrem leidenschaftlich agierenden Support knallhart an die Wand gespielt wurden.
Seit Ende der 90er ist es jedoch um die Jungs aus den Niederlanden ziemlich ruhig geworden. Auch wenn niemand von ihnen die Instrumente an den Nagel gehängt hatten, ist es umso überraschende, dass sie so plötzlich mit einem richtigen Granaten-Album wie der Springteufel aus seiner Schachtel auftauchen würden.
Soundmäßig und textlich könnte man sich eigentlich gar nicht näher an den 80er Jahren orientieren, es sei denn, sie wären noch nicht Geschichte.

Fette Mid-Tempo Riffs und ein Frontmann, der Bruder von Marc Storace sein könnte, zeichnen den genial gewählten Opener "Back in the Ring" aus. Genau so sollte ein Scheibchen aus den 80ern beginnen.
"No Mercy" macht dann Nägel mit Köpfen. Hier darf voll abgerockt werden, bis das Wasser den Buckel herunter läuft. Stellt das Bierglas vorher ab. Es könnte sonst hinterher leer sein, ohne dass ihr einen Schluck abbekommen habt.
Accept und Co. lässt grüßen. Auch wenn man bei "Mind over Matter" wieder etwas Tempo heraus genommen hat, so stört das Leon Goewie nicht im geringsten neben seiner normalen Stimme auch zu demonstrieren, wie gut er den Refrain schreien kann.
Uups, naja "Captain Moonlight" hätte ich nicht gerade erwartet und der Refrain wäre auch ohne Schmalz ausgekommen - da hilft auch kein schreien... - rutsch... - flutsch...
Puh... überstanden. Glücklicherweise setzt "Holy Water" den Weg fort, wo "Mind over Matter" geendet hatte.
Nach dieser kurzen Verschnaufpause ist wieder Abrocken angesagt. "Bad Attitude" sorgt für Hochstimmung in der Hütte - fetzige Riffs, Mitgröl-Refrain und knackige Gitarren-Soli, sind die richtige Rezept.
Das die Holländer aber auch Spaß verstehen, zeigt der Song "Cowboy Style" auf witzige Art und Weise. Wann habe ich das letzte Mal Hühnergegacker und "Ayai Yippiyippi" in einem Song gehört?
Genau so stark wie das Album begonnen hat, sorgt das fetzige "Rip it off" für den standesgemäßen Ausklang.
Zehnter Track und wo ist "Eveline", der elfte Track? Auch hier haben sich die Schelme aus dem Land der Tulpen, Windmühlen und Holzpantoffeln wieder etwas einfallen lassen. Anstatt ihn einfach als elften Song dranzuhängen, beginnt "Eveline" nach knapp sieben Minuten Spielzeit des zehnten Tracks. Psychologisch ganz interessant, denn Rocker, die keine Balladen mögen, werden sicherlich schon vorher "Repeat" drücken oder sich am Bierschaum verschlucken, wenn die Jungs von Vengeance plötzlich mit der Ballade loslegen.

Fazit: In bester Rocker-Manier werden hier Gitarren-Riffs und kreischende, schreiende Vocals auf das Volk losgelassen. Das sollte sogar gestandenen Rockern Tränen der Rührung in die Augen treiben - "Mensch, ich hab' doch nur 'ne Fliege ins Age gekriegt". Faszinierend ist an der Sache nur, was die 80er heute noch musikalisch hergeben, ohne altbacken oder langweilig zu erscheinen. "Keep on Rockin'"

Tipp:
 Für alle Vengeance Fans ist es sowieso Pflicht, dieses Album zu ordern. Wer die Jungs nicht kennt, aber AC/DC, Krokus, Victory & Co. in seinem Regal nicht verstauben lässt, sollte seine Sammlung unbedingt erweitern.

Titel-Liste:
 
  1. Back in the Ring
  2. No Mercy
  3. Mind over Matter
  4. Captain Moonlight
  5. Holy Water
  6. Bad Attitude
  7. Had enuff
  8. Now and then
  9. Cowboy Style
  10. Rip it off
  11. (Eveline)

Laufzeit:
 49:07 Min.


 
 
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