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Review: Warcry |
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Album:
| | LA QUINTA ESENCIA, 2007, Avispa |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 26.03.2007 |
Review:
| | In gewohnter spanischer Kampfstärke treten die sechs Mann unter englischem Namen, jedoch mit Texten in ihrer Muttersprache an. Warcry, noch nie gehört?
Nun, zumindest in ihrer Heimat sind sie bei Leibe kein unbeschriebenes Blatt. Nicht nur dass ihre letzte Live-DVD mit Goldstatus die Verkauftcharts in Spanien anführte, nein Warcry sind auch wahre Arbeitstiere, was ihre Outputs betrifft. Gegründet irgendwann zwischen 2001 und 2002 haben sie es bis jetzt schon auf fünf Studioalben gebracht, die sich allesamt als recht hörbar erwiesen. Und dann sind sie nicht bekannter, kann man fragen. Nun, das liegt hauptsächlich auch an der Sprachwahl. Hard Rock und Heavy Metal sind nun mal Englisch geprägt. Da nützt es nichts, wenn Spanisch weltweit als Muttersprache häufiger anzutreffen ist, als Englisch.
Ungeachtet dessen zählt jedoch auch die Musik und da haben sie ihre Sache bisher mit Bravur gemeistert. Die Spanier bieten eine ganze Palette, beginnend bei druckvollem Power Metal bis hin zu einfühlsamen Rock-Balladen mit überzeugender Instrumental- und Gesangsleistung, die inhaltlich meistens den Glauben zum Thema haben.
Die-Hard-Fans werden sicherlich die Nase rümpfen, wenn Heavy Metal Kost mit einem Synthie-Intro anstatt obligatorischem Gitarren-Bollwerk beginnt. Für spanische Bands ist dies jedoch üblich und macht auch im weiteren Verlauf des Openers "¿Que vengan ya!" durchaus Sinn. Aber auch die Gitarren kommen, egal ob bei den Hooklines oder auch den Soli, nicht zu kurz. Victor Garcia in typisch spanischer Stimmlage eher in den unteren Regionen angesiedelt und mit erfrischender Rauheit versehen, überzeugt hier ebenso wie seine fünf Mitstreiter.
Etwas druckvoller und flotter präsentiert sich "Ulises" (Odysseus), wo auch Alberto Ardines hinter seinem Schlagzeug langsam in Fahrt kommt. Wie schon beim Vorgänger räumt man den Gitarren trotz allgegenwärtigen Keyboardeinlagen wieder genügend Spielraum ein.
"Tu recuerdo me bastará" und "La vieja guardin" beginnen zunächst etwas verhalten, schwimmen sich aber im Laufe der Minuten etwas frei und gewinnen deutlich an Tempo. Ansonsten nichts Neues. Eingängige melodische Refrains, mit Keyboard unterlegte solide Riffs und Gitarrensoli. Für richtig Druck sorgen beim letztgenannten ein paar Donnerschläge, die man vielleicht nicht erwartet hat und so manchen Schwingspulen einigen Bewegungsraum einräumen.
Sanfte Piano-Klänge und eine schmachtende Gesangseinlage lassen hinter "Un poco de fe" (Ein bisschen vom Glauben) zunächst eine normale Ballade vermuten. Doch weit gefehlt. Nach einigen Sekunden ist Schluss mit Lustig und mit Gepard im Tank beginnt ein rasanter umfangreicher Zwischenspurt. In jedem Fall dürfen hier die Gitarrenfinger zeigen was in ihnen steckt und Victor beweist, dass er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen wirklich singen kann.
"El más triste adiós" ist dann aber wirklich eine Ballade, die frisch in modern klingt, stellenweise sogar etwas zu pop-lastig, jedoch ohne Schmalz überzeugen kann.
Mit einem weinenden und einem lachenden Auge nehme ich zur Kenntnis, dass "Buscando una luz" (Die Suche nach dem Licht) ein richtig abwechslungsreicher Power Metal-Brocken sein könnte, wenn man sich die Keyboards gespart oder zumindest dezenter eingesetzt hätte. So gehen einige interessante Ecken und Kanten verloren. Das mag den eher Pop-orientierten Spaniern gefallen, ich hätte schon noch ein, zwei Härtegrade mehr vertragen. Ungeachtet dessen, ist es für mich das bisherige Highlight.
Ähnlich verhält es sich bei dem etwas gebremsten "Ha pasado su tiempo" (Er verbrachte seine Zeit). Obwohl die Gitarrenfront zu Beginn deutlich zeigt, wer Herr im Haus ist, bügeln die Keyboards wieder einigens glatt. Einzig Victors Stimme macht unzähligen Weichspülbemühungen einen dicken Strich durch die Rechnung.
Ein weiteres Highlight stellt für mich das variantenreiche "Mirador al mar" (Meerblick) dar. Hier schaffen es die Gitarren auch weitgehend Manuel Ramils "Schwarzweiß-Aktivitäten" im Zaum zu halten.
Ähnlich druckvoll und abwechslungsreich setzt Más allá den Schlusspunkt unter eine, in Summe gesehen, klasse Leistung. Der Song endet etwas abrupt, aber alles im grünen Bereich. Nur Schade, dass ich mehr auf Saiten als auf Tasten stehe. zumindest eine Taste werde ich drücken. Und beschriftet ist diese mit "Repeat".
Fazit: Vielleicht überlegen sich Warcry nicht ähnliche Entwicklungsschritte, wie ihre Kollegen von Saratoga und schalten das nächste mal auf Englisch um. Auch andere Größen wie Mago de Oz haben dies zumindest schon teilweise getan und sicherlich nicht bereut. Andere wie Dark Moor und Arwen haben es gleich ganz ohne Muttersprache versucht. Und wer ist wohl im Ausland bekannter geworden. Das dürft ihr selbst für euch beantworten.
An Musik, Gesang und Songwriting ist absolut nichts auszusetzen. In jedem Fall besitzen die Spanier ein Gefühl für eingängige und eigenständige Hooklines, die in keiner Weise wie Massenware klingen. |
Tipp:
| | Alle Fans, die Heavy Metal und Hard Rock auch in gepflegtem Spanisch konsumieren, werden ihre Freude haben und diesem Scheibchen sicherlich jede Menge Runden spendieren. |
Titel-Liste:
| | - ¿Que vengan ya!
- Ulises
- Tu recuerdo me bastará
- La vieja guardin
- Un poco de fe
- El más triste adiós
- Buscando una luz
- Ha pasado su tiempo
- Redención
- Mirador al mar
- Más allá
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Laufzeit:
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