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Review: John West |
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Album:
| | LONG TIME... NO SING, 2006, Frontiers |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 22.05.2006 |
Review:
| | Zur Zeit scheinen Solo-Projekte besonders hoch im Kurs zu stehen. Manche davon sind manchmal lediglich der verzweifelte Versuch, sich mit eigenem Material aus dem üblichen Band-Stress los zu lösen und einfach sein Macho-Ding durchzuziehen, ohne sich mit der übrigen Truppe und deren Vorstellungen auseinander zu setzen.
Aber es gibt auch Ausnahmen.
John West gehört mit Sicherheit dazu. Scheinbar schon mit der Musik in der Nuckelflasche aufgezogen, macht er bereits mit 14 Jahren in einer lokalen New Yorker Band auf sich aufmerksam. Ein Wechsel der Küsten von Ost nach West, eröffnet ihm 1992 in Los Angeles mit Größen wie Cozy Powell aufzutreten.
Richtig bekannt in Europa wird John, als er 1999 bei der dänischen Band Royal Hunt das Mikro übernimmt. Spätestens jetzt werden seine Stärken offensichtlich. John versteht es einfach die Zuhörer mit seiner intensiven Gesangsarbeit mühelos in seinen Bann zu ziehen.
Was liegt also näher, als mit langjährigen Weggefährten und Freunden sich ganz auf diese Qualitäten zu konzentrieren. Gemeinsam mit Keyboarder Lonnie Park, den Gitarristen Chris Caffery und Kevin Hampton und Drummer Jeff Plate kann er dabei für dieses Album aus den Vollen des Rock und Metal-Bereichs schöpfen.
Orchestrale Klänge von "Let us pray" ebnen dabei den Weg für den eigentlichen Opener "Fade". Hier übernehmen jedoch von Anfang an die Gitarren das Kommando. Lediglich der Refrain wird dabei dem Attribut Melodic gerecht. Der Rest ist schon fast in der progressiven Ecke zu suchen.
"Give me a Sign" bietet neben dem meist gitarrenlastigen Aufbau auch klassische Synthesizer-Klänge aus der Jon Lord-Ära.
Hart an der Grenze des Slow Rock kann auch der nächste Song "Highway Roppongi" voll punkten.
Bevor man sich zu gemütlich auf dem Sofa ausgestreckt, sorgt "Over my Head" mit seinen flotten Riffs dafür, dass man wieder eine vertikale Sitzposition einnimmt.
Treibende Hard Rock-Rhythmen bei "The one that got away", die mit einigen Ecken und Kanten versehen wurden, schaffen es gekonnt, Eingängigkeit und musikalische Vielfalt unter einen Hut zu bringen. Der sanfte Ohrwurm-Refrain bekommt als Gegenpol genügend hartes Gitarrenfutter mit auf den Weg.
Auch "Falling down" beginnt zunächst mit bekannt klingenden Gitarren-Riffs aus den guten 80ern, bis John's Gesang den Song fast in Richtung einer Ballade abbiegen lässt. Aber wie sein Vorgänger sind die von Gitarren dominierten Riffs erfrischend rockig und lassen keine richtige Kuschel-Stimmung aufkommen.
Das Instrumental "Puerto Amor" sorgt mit einer Mischung aus Synthie und Gitarren für einen ruhigen und würdigen Ausklang dieses Albums.
Fazit: Eine rundum gelungene Melodic Rock-Packung mit einer Ausnahme-Stimme, die mit abwechslungsreichen Songs, sowohl tempomäßig als auch instrumentell einiges zu bieten hat. Angenehm ist dabei, dass zu richtigen AOR-Klängen noch ein kilometerlanger Abstand eingehalten wurde. |
Tipp:
| | Dieses Solo-Album ist für alle eine Bereicherung, die ein Fable für die Kombination Gesang/Gitarren besitzen. Eine ausgewogene Mischung aus langsamen und flotten Songs lässt kaum Langeweile aufkommen und garantiert auch mehrere Durchläufe im CD-Player. |
Titel-Liste:
| | - Let us pray
- Fade
- Set me free
- Give me a Sign
- Highway Roppongi
- Over my Head
- The one that got away
- Falling down
- Slipping away
- One more lie
- Better believe
- Puerto Amor
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Laufzeit:
Musiker-Infos:
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